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Nachbetrachtung zur Strategieklausur

08 Jul

Am Wochenende fand die „Strategieklausur“ von Wikimedia Deutschland statt. Zuerst: Ich hatte eine völlig andere Veranstaltung erwartet, als die, welche dann stattfand. Erwartet hatte ich die Festlegung der Vereinsziele für die nächsten 3-4 Jahre, um daraus anschließend gemeinsam mit den Mitgliedern und den Communitys den Jahresplan 2014 erarbeiten zu können. Im Vorbereitungspapier zu dieser Klausur war von Leitbildern und Zielen die Rede. Da erstere mich bereits im aktuellen Jahresplan 2013 massiv gestört haben, habe ich in der vorbereitenden Telefonkonferenz vom 11. 06. (Anmeldung nötig) diese Problematik angesprochen:

Steffen weist darauf hin, dass Bedeutung und Unterschiede zwischen Leitmotiven und Zielvorgaben geklärt werden müssen, die beide in der Agenda vorkommen.
Pavel antwortet, dass diese Kritik bereits aufgenommen worden sei. Der von der Geschäftsstelle gerade vorbereitete Vorschlag werde konkretere Ergebnisse als nur Leitmotive vorsehen. Die Geschäftsstelle will darin erklären, in welchem Prozess der Jahresplan 2014 erarbeitet werden soll und welche Art von Input seitens des Präsidiums dafür benötigt wird. Es sei wichtig, dass Präsidium und Geschäftsstelle die gleiche Vorstellung von dem zu gebenden Input haben. Bis wann dem Präsidium der Vorschlag der Geschäftsstelle vorgelegt werden kann sei noch nicht abzuschätzen, am Donnerstag gibt es ein Meeting der Planungsgruppe innerhalb der Geschäftsstelle.

Also ging ich davon aus, dass die schwammigen Leitmotive vom Tisch waren und an konkreten Zielen des Vereins gearbeitet wird.

Auf die Bitte um Input an die Moderatorin eine Woche vor dem Treffen habe ich das auch noch einmal deutlich gemacht:

Ziel: was ist für Dich das Ziel der Klausurtagung
Eine echte Strategie mit klaren Zielen. Das heißt weg mit allen Leitmotiven, weg mit allem Marketing-Sprech, weg mit diffusen und unerreichbaren Leitbildern. Dafür sollen echte, umsetzbare Ziele formuliert werden.

konkretes Beispiel aus dem Jahresplan 2012:
Leitmotiv 1: Communitys im Mittelpunkt
“Grundlage für den Erfolg der Wikipedia, Basis für die Existenz des Vereins Wikimedia Deutschland, wichtigster Faktor in der zukünftigen Entwicklung der einzelnen Wikimedia-Projekte ebenso wie der Akzeptanz der Idee des Freien Wissens in der Gesellschaft, ist die Arbeit der Communitys und der einzelnen Autoren, Unterstützer, Fotografen, Lektoren, Administratoren, Softwareentwickler, Vereinsmitglieder: kurz, aller Wissens-, Zeit- und Geldspender.”

Für mich ist das inhaltsleeres Marketing-Blabla. Ein klares Ziel wäre dagegen: Die Community-Aktivitäten der Wikipedia zu fördern ist das Hauptziel von WMDE. Dafür setzt WMDE 60 % seiner Kapazitäten ein. (Zahl willkürlich gewählt)

Um so überraschter war ich dann auch, als gleich zu Beginn der Klausur deutlich wurde, dass nicht nur die Leitmotive nicht vom Tisch waren, sondern – viel schlimmer – statt dessen die Erarbeitung der Ziele „aus Zeitgründen“ nicht stattfinden sollte. In der Diskussion über die Ziele dieses Wochenendes – die meiner Meinung nach eigentlich vorher abgestimmt wurden – kam dann deutlich zum Vorschein, dass auch das Päsidium in dieser Frage sehr gespalten war. Nach mehreren starken Plädoyers für die Wichtigkeit von Leitmotiven durch verschiedene Geschäftsstellen-Mitarbeiter wurde letztendlich diese Verfahrensweise so festgelegt. Gefühlt war zwar die Mehrheit des Präsidiums nicht damit einverstanden, aber eine Einigkeit bestand wie bereits erwähnt auch dort nicht. Dies führte dazu, dass ich während der ersten Kaffeepause am Samstag Vormittag ernsthaft in Erwägung zog, die Veranstaltung zu verlassen und wieder nach Hause zu fahren. Im Nachhinein bin ich nicht sicher, ob dies nicht doch der bessere Weg gewesen wäre.

Als dann (leider nur sehr kurz) über die inhaltlichen Probleme der Vergangenheit in den Bereichen gesprochen wurde, kam leichte Hoffnung auf eine inhaltliche Debatte in mir auf. Leider war es – zumindest für mich – das aber auch schon an konkreten Punkten für dieses Wochenende gewesen. In der Folge wurde hauptsächlich an Formulierungen für Leitmotive gebastelt. Ich fühlte mich in meinen Erwartungen tief enttäuscht und entsprechend der Telko irgendwie auch nicht respektiert. Spätestens am Sonntag bin ich dann an dem Punkt angekommen, an dem ich zu einer passiven Verweigerungshaltung übergegangen bin. Ich wollte mich einfach nicht mehr an diesem (für mich!) Meta-Blabla beteiligen. Das mag sicher nicht konstruktiv gewesen sein, und die meisten werden das sicher auch nicht toll gefunden haben. Für mich war es einfach Selbstschutz und eine – vielleicht auch die einzige – Möglichkeit, meine Meinung deutlich zum Ausdruck zu bringen ohne mich ständig verbal zu wiederholen und die anderen damit zu nerven.

Wie geht es nun weiter? Keine Ahnung! Die Präsidiumsmitglieder arbeiten bekanntlich rein ehrenamtlich, ohne jede finanzielle Zuwendung, meist neben ihrem Vollzeitjob im normalen Berufsleben. Weitere Treffen wird es in den nächsten Wochen also kaum geben. Wie sollen nun die konkreten Ziele für die nächsten Jahre erarbeitet werden? Und noch wichtiger: Wie der Jahresplan?
In der Zeitleiste der ausgedruckten Tagungsunterlagen steht wörtlich: „30.08. Jahresplanentwurf wird dem Präsidium vorgelegt“. Mein Verständnis von einer gemeinsamen Erarbeitung ist ein anderes. Dafür dürfte es jetzt jedoch einfach zu spät sein – Chance vertan. Dieses Wochenende wäre meines Erachtens genau dafür dagewesen.
Es bleiben nach meiner persönlichen Ansicht nur noch drei Möglichkeiten: Entweder der vorgelegte Entwurf lässt sich nach den Vorstellungen der Präsidiumsmitglieder noch ändern. Es ist aber immer sehr schwer, ein bereits ausgearbeitetes Produkt noch derart umzugestalten. Im letzten Jahr hat dies wohl auch nur zum Teil funktioniert.
Zweite Variante: Ich selbst setze mich hin, und erarbeite einen eigenen (Gegen-)Vorschlag. Das hat bereits bei der Reisekostenordnung nur sehr schwer und nur teilweise funktioniert (da war es für mich eine Art „Notwehr“) und dürfte mein Zeitbudget deutlich überschreiten. Außerdem kann dieses Vorgehen nicht im Sinne der Sache sein.
Bleibt noch die dritte Möglichkeit: Ich werde schlicht den Jahresplanentwurf ablehnen und dagegen stimmen. Das ist aber wieder nicht gerade konstruktiv und dürfte von der Wirkung her auch nichts bringen: Ich gehe fest davon aus, dass der Jahresplan 2014, egal wie er aussehen mag, sowohl im Präsidium als auch auf der Mitgliederversammlung eine Mehrheit finden wird. Schon rein aus pragmatischen Erwägungen.

Alles in allem bleibt mir das Fazit dieses Wochenendes, dass Rechtschreibkorrekturen in Wikipedia-Artikeln (zumindest für mich ganz persönlich!) wohl die konstruktivere Tätigkeit gewesen wäre. Das stimmt mich doch sehr traurig. Vielleicht bin ich ja auch einfach falsch in diesem Gremium, und meine Kandidatur war ein Irrtum. Wie hat unser Vorstand Pavel mal auf einer MV gesagt: Man muss auch das Recht haben zu scheitern. Momentan sehe ich mich bei der Mitgestaltung des Vereins mittels Präsidium deutlich gescheitert.

 
58 Kommentare

Verfasst von - 2013/07/08 in Wikimedia

 

58 Antworten zu “Nachbetrachtung zur Strategieklausur

  1. Ra Boe

    2013/07/09 at 07:49

    Papenburg Teil II Ich lach mich gerade schlapp, WMDE sei Dank und hat alles im Griff, großes Kino und der Schwanz wackelt mit den Hund.

     
  2. sp

    2013/07/09 at 08:16

    sigh

     
  3. Sebastian

    2013/07/09 at 08:48

    Das klingt für mich ein wenig so, als gäbe es innerhalb des Präsidiums einen inhaltlichen Konflikt über die Ziele des Vereins, der dann in der Mange einer Strategieklausur mit textlichen Umformulierungsversuchen als Mittel zur Streitbewältigung ausgetragen wurde.

    „In der Zeitleiste der ausgedruckten Tagungsunterlagen steht wörtlich: “30.08. Jahresplanentwurf wird dem Präsidium vorgelegt”. Mein Verständnis von einer gemeinsamen Erarbeitung ist ein anderes. Dafür dürfte es jetzt jedoch einfach zu spät sein – Chance vertan. Dieses Wochenende wäre meines Erachtens genau dafür dagewesen.“

    Führ doch mal so konkret wie möglich aus, was dein Verständnis einer gemeinsamen Erarbeitung ist. Wie sollte im Idealfall deiner Meinung nach der Jahresplan entstehen, wieder so konkret wie möglich um sich nicht in abstrakten Worthülsen zu verstecken.

     
    • Stepro

      2013/07/09 at 12:44

      Nein, einen inhaltlichen Konflikt sehe ich im Präsidium eigentlich nicht. Mir scheint, wir haben alle durchaus grob die gleichen Ziele. Detailliert werden sie sicher etwas voneinander abweichen, alles andere wäre ja auch sehr merkwürdig. Wie groß die Übereinstimmung genau ist, kann man erst sagen, wenn wir uns denn überhaupt einmal mit konkreten Zielen beschäftigen.

      Die Differenzen im Präsidium sehe ich eher bei der Frage nach der Tiefe der Einflussnahme auf die Entwicklungen bei WMDE, sowie bei Geschwindigkeit und Vorgehensweise des Strategieprozesses. Aber auch das finde ich nicht allzu kritisch.
      Zumindest in meiner Wahrnehmung liegt das Problem nicht beim Präsidium – hier habe ich mich wohl ungeschickt ausgedrückt, so dass dieser Eindruck entstehen konnte.

      Ursächlich für meinen Frust sind eher die strukturellen Rahmenbedingungen: Die Aufgabe des Präsidiums ist in der Satzung sehr schwammig umschrieben, und wie sich in der Vergangenheit recht regelmäßig gezeigt hat (auch und vor allem außerhalb des Präsidiums), versteht jeder etwas anderes darunter. Ob es das Präsidium allein schaffen kann dieses Problem zu lösen, weiß ich nicht. Hier sind meiner Meinung nach auch die Mitglieder gefragt, was sie denn genau von ihrem Präsidium erwarten.
      Exakt dazu hatte ich diese Frage ja auch am letzten Offenen Sonntag gestellt – wie Du weißt, war die Resonanz mehr als dürftig. Außer Mitarbeitern und (Ex-)Funktionären hatte sich niemand für dieses Thema interessiert.

      Zu Deiner Frage, wie ich mir die gemeinsame Erarbeitung konkret vorstelle: Ich hatte mir vom vergangenen Wochenende die gemeinsame Klärung folgender Fragen erhofft (deshalb wurden in meiner Wahrnehmung ja auch u. a. die Bereichsleiter eingeladen und vorher Interviews geführt und Tacheles-Talks gehalten):
      * Wie kann man die Communitys (vor allem die Wikipedianer) noch besser und niederschwelliger unterstützen?
      * Welche Aktivitäten soll WMDE künftig im Bereich Bildung und Wissen unternehmen?
      * Welche Prioritäten sollen im Bereich Politik und Gesellschaft gesetzt werden?
      * Wie sollen die GLAM-Aktivitäten des Vereins weiterentwicklet werden?
      * Soll es künftig einen Bereich Forschung und Entwicklung bei WMDE geben?
      * Werden wir künftig weitere globale Softwareprojekte wie WikiData für die Foundation übernehmen?
      * Wie wollen wir die einzelnen Wikimedia-Projekte weiterentwickeln?
      * Welche externen Aktivitäten will WMDE künftig unterstützen?
      * In welchem Verhältnis sollen die verschiedenen Aktivitäten von WMDE gewichtet werden?

      Vor allem der letzte Punkt wäre für mich sehr wichtig, schließlich haben wir diesen in den vorbereitenden Interviews abgefragt, und ich extra dafür eine Umfrage in der WP gestartet.

      Das sind alles ganz konkrete Fragen, auf die ich mir letztes Wochenende eine Antwort versprochen hatte. Danach hätte ich diese Antworten gern in der Wikiöffentlichkeit zur Diskussion gestellt, damit wir noch genug Zeit gehabt hätten, Anregungen von unseren Mitgliedern und den Communitys aufzunehmen, zu bewerten und mit einzuarbeiten.

      Am Ende hätten wir klare Ziele gehabt, aus der (nun tatsächlich gern die Geschäftsstelle!) konkrete Ziele für das Jahr 2014 und Strategien zu deren Umsetzung im nächsten Jahr entwickelt werden sollen, um diese dann mit uns zu diskutieren.

      Diese Vorgehensweise halte ich nun zeitlich für schlicht nicht mehr möglich. Warum uns z. B. zur Vorbereitung der Klausur ein Konzept für einen Bereich Forschung & Entwicklung gegeben wurde, wenn dann über diese Frage gar nicht gesprochen werden sollte, ist und bleibt mir ein Rätsel.

       
  4. Anja Ebersbach

    2013/07/09 at 09:31

    Der Konflikt liegt meines Erachtens nicht innerhalb des Präsidiums. Die Diskussion dreht sich immer wieder – um nicht zu sagen ständig – um die Frage, wie entscheidend und in welcher Tiefe das Präsidium die Belange des Vereins (mit)gestalten kann/darf/soll. Dieses Kompetenzgerangel mit dem Vorstand und Geschäftsstelle nervt unglaublich und läßt die Energie, die wir für die inhaltliche Arbeit bräuchten, nutzlos verpuffen.

    Zur letzten Sitzung: anders als Steffen erachte ich die Erstellung von Leitmotiven durchaus als wichtig. Wenn wir aber die Zeit, die wir als Präsidium gemeinsam arbeiten können, hauptsächlich – in diesem Fall ein ganzes Wochenende lang(!) – auf der Ebene von „Worthülsen“ verbringen und der Vorstand und die Geschäftsstelle danach nach Belieben die Ziele – also das eigentlich Wichtige – definieren, ist dieses Gremium überflüssig, da gebe ich Steffen vollkommen recht.
    Wir brauchen dringend eine Lösung!

     
  5. Henriette

    2013/07/09 at 10:35

    Eine Frage: Spielten denn die Eindrücke und – soweit greifbar – Ergebnisse der ”Tacheles”-Treffen irgendeine Rolle bei eurer Klausur? Ich hatte einige Kommentare in der dortigen Diskussion so gelesen, als seien die Treffen auch (oder nur?) deshalb so kurzfristig anberaumt worden, weil man das Feedback mit in die Klausur nehmen wollte.

    Und ich hatte den Eindruck, daß die Frage „Welche Rolle spielt der Verein?” immer noch einer Antwort harrt. Habt ihr darüber gesprochen? Oder evtl. eine Idee wie und wann ihr das angehen wollt?

     
    • Anja Ebersbach

      2013/07/09 at 13:16

      Ja, die Ergebnisse von Tacheles wurden in einer kurzen Runde angesprochen. Konsequenzen daraus haben wir aber nicht ziehen – geschweige denn umsetzen – können, weil diese sich inhaltlich eher auf einer konkreten, fast schon operativen Ebene bewegen.

      Die Rolle des Vereins liegt in groben Leitmotiven (die sich nicht sonderlich von denen des letzten Jahres unterscheiden) vor. Aber wie das mit Leitmotiven so ist: jeder kann sie weitestgehend interpretieren, wie er möchte. Die Rolle des Vereins manifestiert und zeigt sich aber meines Erachtens am stärksten in den Aspekten des alltäglichen Umgangs aller Beteiligten miteinander und nein, in dieser Hinsicht sind wir nicht weitergekommen.😦

       
  6. Alice

    2013/07/09 at 11:02

    Steffen, es tut mir leid, das zu lesen. Deine offenen und mutigen Worte vermitteln Enttäuschung und Hilflosigkeit, beides sind keine guten Grundlagen für kreative Prozesse in einem Umfeld gegenseitigen Respekts. Und das ist, was das Präsidium ausmachen sollte. In jedem Gremium gibt es unterschiedliche Meinungen und wenn es sie nicht gibt, sollte ein Gremium neu besetzt werden. Ich halte das für eine der Voraussetzungen für erfolgreiche Gremienarbeit, mit der Annahme, dass sich die Beteiligten damit auseinandersetzen und versuchen Kompromisse oder auch ganz neue Lösungen zu finden. Hier scheint es leider eher so zu sein, dass die Unterschiede zu einem Erstarren führen. Schade.

    Was ebenfalls mitschwingt ist eine Unklarheit bzw. unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich Fuktion und Gestaltungsspielraum des Präsidiums im Zusammenspiel mit dem Vorstand. Hier habe ich auf der einen Seite großes Verständnis, denn natürlich ist es nicht einfach, diese Rollen für sich selbst und in der Gruppe zu definieren. Die eigenen Erwartungen passen möglicherweise zunächst auch nur schwer in bereits eingefahrene Muster.
    Wenn dies aber zu solchen Zerwürfnissen führt, frage ich mich andererseits, warum ihr (das Präsidium) dieser Fragestellung nicht viel mehr Priorität einräumt und zu einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage kommt.

    Natürlich weiß ich, dass die Vorstellungen, inwieweit bestimmte Aufgabenbereiche direkt und umfänglich durch das Aufsichtsgremium behandelt werden, teilweise sehr unterschiedlich sind. Nicht nur zwischen Vorstand und Präsidium, sondern vermutlich auch unter den Präsidiumsmitgliedern. Umso dringender müssen sich Präsidium und Vorstand aber verständigen, anonsten wird die Arbeit _beider_ unnötig erschwert, und Frust und Resignation setzen ein.
    Den Ansatz, das mal an einem konkreten Beispiel wie der Erstellung des Jahresplans durchzuspielen, halte ich für vielversprechend, um die Erwartungen zu formulieren und mich würde sehr interessieren, wie du dir das vorstellst. Ich beschreibe auch gerne einmal, wie das bei der Wikimedia Foundation abläuft, wenn Interesse besteht.

     
    • Stepro

      2013/07/09 at 12:57

      Hallo Alice, wenn ich den Eindruck vermittelt habe, das Präsidium sei zerstritten, so tut es mir leid. Das sehe ich nämlich tatsächlich nicht so. Dass man zu einigen Fragen unterschiedliche Meinungen hat, dürfte normal sein und ist im Sinne einer Diversität ja durchaus positiv zu sehen. Das aktuelle Präsidium ist recht bunt zusammengewürfelt, nahezu jeder hat einen anderen Background. Das ermöglicht verschiedene Perspektiven und finde ich eher vorteilhaft.

      Deiner Sicht auf die „Unklarheit bzw. unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich Fuktion und Gestaltungsspielraum des Präsidiums im Zusammenspiel mit dem Vorstand“ stimme ich dagegen völlig zu. Die einjährige Amtszeit und damit verbundener Personentausch im Präsidium, wenn sich gerade alle eingearbeitet und gefunden haben, hilft auch nicht gerade weiter. Vielleicht wäre das ein erster Ansatz, die Amtszeit auf 2 Jahre zu verlängern. Ansonsten kann ja gar keine Kontinuität und erst recht kein gefestigtes Verhältnis zwischen Präsidium und Vorstand entstehen.

      Meine Vorstellungen zum Entstehungsprozess des Jahresplanes habe ich eben als Antwort auf Sebastians Kommentar geschrieben.

       
  7. Markus Franz (@einfranz)

    2013/07/09 at 11:36

    Steffen, an welcher Stelle liegt denn deiner Einschätzung nach genau das Problem? Anja redet von „Kompetenzgerangel“ mit dem Vorstand, ohne näher darauf einzugehen. Für die Außenwelt sieht es so aus, als würde nur das Präsidium rangeln und nicht der Vorstand – der ist ganz entspannt und von einer geradezu „euphorisierenden Selbstgewissheit“ (O-Ton Tacheles-Seite.)

    Vielleicht muss man nicht versuchen, das Präsidium zu verändern, sondern an ganz anderer Stelle ansetzen. Die Überlegungen sind bei euch ja ganz offensichtlich vorhanden.

     
  8. Ralf Liebau

    2013/07/09 at 11:46

    Die Problemlage ist vielschichtig. Unsere Satzung gibt dem Präsidium die Aufgabe „Die strategische Ausrichtung des Vereins fortzuschreiben“. Was das genau heißt ist nicht nur eine Interpretationsfrage. Der Verein hat seit einigen Jahren den berüchtigten „Kompass 2020“. Das ist mehr als nichts, aber eben auch ein Papier, mit dem die Wenigsten glücklich sind. Dieses Präsidium hat sich die Aufgabe der „Weiterentwicklung“ als eine zentrale Aufgabe auf die Agenda gesetzt und bisher viel Zeit mit dem Thema verbracht. Nur – unsere Zeit ist begrenzt und wie viel Zeit braucht man realistischerweise hierfür? Zudem ist vermutlich nicht allen Mitglieder des Präsidiums schon vor ihrer Kandidatur klar gewesen, was da auf sie zukommt. Das meine ich nicht als Kritik. Die aus der Satzung hervorgehende Aufgabe kann verschieden gelesen werden. Geht es um die Erstellung eines Leitbildes, was kritisch betrachtet als „Marketing-Blabla“ bezeichnet werden kann, oder geht es (nur) um konkrete Ziele für das kommende Jahr, was sich beispielsweise in den textlichen Ausführungen zum Wirtschaftsplan wiederfindet.

    Am vergangenen Wochenende haben wir – ob von allen gewollt oder nicht – an der Erarbeitung von Leitmotiven gearbeitet. Das hat sehr viel Zeit gekostet und wir sind auch nicht ganz „fertig“ damit. Über konkrete Ziele wurde (noch) nicht gesprochen. Das hat bei einigen Teilnehmern zu Enttäuschungen geführt, zumal der Weg – und auch die Tiefe – der Zielbearbeitungen unklar ist. Glücklich sind wir darüber alle nicht. Es ist aber nikcht so, dass wir uns über Ziele nicht einigen konnten. Nochmal – wir waren einfach (noch) nicht an dem Punkt. Es geht jetzt also darum, in der Zeit bis zum 30.8. an den Zielen zu arbeiten. Das betrifft sowohl das Präsidium als auch die Geschäftsstelle. Darüber hinaus sollte aber durchaus auch die interessierte Öffentlichkeit hier eingebunden sein. Das ist schon über den Tacheles-Input passiert, auch über Steffens Umfrage, aber das sollte noch nicht das Ende der Beteiligung sein.

    Ich teile an vielen Punkten die bestehende Unzufriedenheit, sehe aber nicht, dass hier eine ausweglose Situation entstanden ist. Ich finde die Leitmotive wichtig und sehe nicht, dass das Präsidium von der Ausarbeitung der Ziele ausgeschlossen ist. Klar bräuchten wir jetzt idealerweise nochmal ein Klausurwochenende – was wir nicht haben werden – aber wir werden andere Wege finden, um gemeinsam an der Gestaltung der Jahresziele für 2014 mitzuarbeiten.

     
  9. Marcus Cyron

    2013/07/09 at 12:45

    Ich denke Ralf, dir ist schon klar, daß die Frage der Leitlinien nur ein Symptom ist, Steffens Problem aber in erster Linie ein daraus resultierendes Anderes ist, nämlich das Kompetenzgerangel zwischen Präsidium und Vorstand. Und ich weiß, daß das nun wirklich nicht nur Steffen problematisch sieht. Hier müssen wir endlich zu einer klaren Lösung kommen, Mein Gefühl ist, daß dieser Streit die Zusammenarbeit der beiden Gremien schon in der zweiten Amtsperiode nacheinander massiv behindert. Hier muß am besten die MV für klare Zuordnungen sorgen, ja wenn nötig eine eindeutige Hierarchie für die Entscheidungsfindungen vorgeben.

     
    • Ralf Liebau

      2013/07/09 at 13:37

      Nein Marcus, die Frage der Leitlinien ist nicht ein Symptom, sondern eine konkrete Aufgabe. Die Frage die Du aufwirfst, welche Kompetenzen – ich würde es Aufgaben nennen – das Präsidium hat und welche Aufgaben der Vorstand, stehen in der von der MV beschlossenen Satzung. Das Problem ist, die Aufgaben sind da teils nur „vage“ beschrieben und dies führt zu verschiedenen Interpretationen. Daraus ergibt sich zum einen die Frage, ob die Satzung hier deutlicher sein sollte oder dieser Interpretationsspielraum anderweitig geklärt werden muss. Zum anderen natürlich die Frage, wer das klärt. Ist es im Sinn der Mitglieder, das Präsidium und Vorstand – je nachdem wer gerade diese Positionen inne hat – stets erneut untereinander klären, bis wohin ihre Aufgaben reichen. oder wollen die Mitglieder dies festschreiben.

      Die Mitglieder könnten zum Beispiel festlegen, dass das Präsidium ein reines Aufsichtsgremium ist. Dann läge beisielsweise Strategieentwicklung nicht mehr in unserem Bereich und müsste per Satzungänderung einem anderen Personenkreis zugeordnet werden. Was bedeutet aber Aufsicht? Entscheidungen, nachdem sie vom Vorstand getroffen wurden, zu beurteilen? Oder sollten (alle?) Entscheidungen des Vorstandes im Vorfeld abgesegnet werden. Und im welchen Fall trifft welche Option zu? Das detailiert auszuarbeiten ist eine große Herausforderung. Und ist das wirklich von allen gewünscht – auch von allen Präsidiumsmitgliedern?

      Ich will Dir mal ein konkretes Beispiel aufzeigen. Das Büro zieht vermutlich demnächst mal wieder um. Es gibt verschiedene Optionen, die preislich und von der Raumsituation nicht sehr unterschiedlich sind. Entscheidet der Vorstand nun allein, welche Räume angemietet werden? Oder trifft das eigentlich nur auf Aufsicht beschränkte Gremum Präsidium diese Entscheidung (mit). Bei strenger Auslegung könnte man nun sagen, das ist alleinige Aufgabe des Vorstandes. Defacto haben einige Präsidiumsmitglieder hier den Wunsch mitzuentscheiden und wir sind stets miteingebunden. Wer klärt nun aber eine solche Frage? Präsidium zusammen mit dem Vorstand? Hat die Satzung hier schon eine klare Festlegung vorgesehen? Oder stimmt die Mitgliederversammlung darüber ab, ob das Präsidium hier mitentsheiden soll? Da ließen sich unzählige weitere Beispiele finden, die bis zu der von mir immer wieder gern fomulierten Frage reichen „Soll das Präsidium über die Farbe der Kaffeetassen in der Geschäftsstelle mitbestimmen?“

      Die Frage ist also: Ist das Präsidium ein reines Aufsichtsgremium? Und die weitere Frage ist, wenn das Präsidium darüber hinaus weitere Entscheidungsbefügnsse hat, bis zu welchem Punkt – welcher Tiefe – reichen diese. Wir sind an dem Punkt, dass wir immer wieder an neue Themenfelder kommen, wo es um Aushandlung dieser Frage kommt. Und es wäre sicher sehr viel einfacher, wenn ein Großteil der Frage geklärt wäre. Die Vorgaben die wir haben – aus unserer Satzung – sind leider nicht wirklich hilfreich. Das ist aber die Arbeitsgrundlage, die uns die Mitgliedergegeben haben.

       
      • Alice

        2013/07/09 at 14:30

        Ich formuliere nun bewusst etwas bösartig: Das Präsidium schafft es also deiner Meinung nach nicht, den durch die Satzung umrissenenen Handlungs- und Gestaltungsspielraum zu nutzen und erwartet nun konkretere Vorgaben? Von wem denn? Wenn das Gremium nicht in der Lage ist, diese für die Organisationsstruktur und die Effektivität der eigenen Arbeit wesentlichen Punkte aus eigener Kraft (meinetwegen auch mit externer Unterstützung) zu definieren, kann doch nicht die Satzung als Entschuldigung herangezogen werden. Wollt ihr wirklich ein Korsett, dass jegliche Gestaltungsmöglichkeiten beschneidet und das Gremium damit um genau die Dinge bringt, die den Spaßfaktor ausmachen?

        Ich finde es sehr enttäuschend, das von genau dem Gremium zu hören, das hinsichtlich der Gestaltungskraft alle Fäden in der Hand hat und dessen Eigenverantwortung es ist, diese Dinge zu klären.

         
      • Henriette

        2013/07/09 at 14:46

        „Das ist aber die Arbeitsgrundlage, die uns die Mitglieder gegeben haben.”

        Mal ganz ehrlich und ohne Hintergedanken oder Fiesheit: Wann wurden die Mitglieder denn nach so etwas gefragt? Wo können die Mitglieder außerhalb der zwei MVs an solchen Überlegungen teilnehmen oder werden bei der Entwicklung von Standpunkten oder ggf. sogar Neu-Ausrichtungen eingebunden?

        Bzw. noch mehr an der Basis: Wie oder wo werden die Mitglieder auf derartige Überlegungen aufmerksam gemacht, so daß sie bei solchen Prozessen wenigstens zuschauen können (wenn sie schon nicht aktiv eingebunden werden)? Letztere Frage meine ich sehr ernst, weil ich als Mitglied schon ewig nicht mehr den Eindruck habe, daß ich zu mehr als zweimal im Jahr Kreuzchen auf Stimmzetteln zu verteilen gebraucht oder überhaupt erinnert werde. (Ist übrigens kein Vorwurf an das aktuelle oder vergangene Präsidien: Ich glaube, da ist der Wurm ganz woanders ‚drin …)

         
    • DaB.

      2013/07/09 at 14:08

      @Marcus: Erfahrungsgemäss arbeiten Präsidium und Vorstand genau dann gut zusammen, wenn sie befürchten Mitglieder könnten in ihren Abstimmunsbereich eingreifen – siehe dazu meinen Antrag von der letzten MV. Kurz danach beschwerten sich schon wieder einzelne Personen bei mir, sie würden nicht vom Vorstand informiert – nachdem auf der MV noch das Gegenteil behauptet worden war.
      Ich bereite für die nächste MV einen Satzungsänderungantrag für 2jährige Präsidiumszeiten vor (kommt in Kürze ins forum). Man wird sehen, was dann auf der MV passiert und wo dann die Gruppenbildung stattfindet und wo die Frontlinien verlaufen.

       
  10. kunstkaserneberlin

    2013/07/09 at 13:48

    Ich sehe das ähnlich wie Anja und Marcus. Der Kern der Problematik ist, kurz und bündig: „Wer hat das Sagen bei Wikimedia Deutschland?“.

    Wer sagt wo es lang geht mit WMDE und den Wikimedia-Projekten? Das jeweils auf ein Jahr gewählte Präsidium oder der festangestellte Vorstand Pavel Richter?
    Aus der bisherigen Sichtweise ist die Hierarchie so definiert: Die Mitgliederversammlung wählt das Präsidium und diese geben dem Geschäftsführer und Vorstand die Zielvorgaben. Schwierig wird es, wenn der Geschäftsführer/Vorstand diesem nicht folgt/ andere Zielvorgaben im Sinne hat. Er kann die daraus resultierenden Problematiken leicht aussitzen, denn immer wenn das Präsidium eingearbeitet ist, wird neu gewählt und im Negativfall neu gemischt. Das heisst die Geschäftsleitung kann mit der Gewissheit arbeiten, niemandem wirklich über sich zu haben, der Weisungsrecht ausübt, da schlichtweg das nötige Fachwissen (noch nicht) da ist, das wichtig wäre, um kompetent Entscheidungen treffen zu können. Eine professionelle Geschäftsleitung, die ein Interesse daran hat, mit einem Präsidium zusammenzuarbeiten, federt das ab und arbeitet den Mitgliedern zu. Das erfolgt hier augenscheinlich nicht. Es wird ausgesessen, in die Länge gezogen, herumdiskutiert usw., bis zur nächsten Mitgliederversammlung und dann bis zur nächsten und und und…

    So wie es aussieht ist gar kein Präsidium vonnöten, da die Geschäftsstelle macht was ihr passt. Dass sich die „Erfolge“ der Arbeit von WMDE in sehr engen Grenzen halten und meist dem Engagement von Einzelpersonen und -gruppen zu verdanken ist, die aus der Wikipedia-Community kommen, wird ausgeblendet. Kritik als „Bashing“ abgefedert. Kann es ja, denn wer sollte die Geschäftsleitung in Frage stellen – sie kann sich im Falle der Kritik immer auf die Prämisse berufen, vom Präsidium weisungsabhängig zu sein. Dass diese Weisungsabhängigkeit schon lange nur noch auf dem Papier existiert und keinen Cent wert ist, wird nicht erwähnt. Denn die Präsidiumsmitglieder werden für ihr Engagement nicht bezahlt und sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Der bittere Kelch geht an die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte, die mehr und mehr verwahrlosen, was von der Aussenwelt aber nicht wahrgenommen wird, denn die Spendenkampagne zeichnet ja ein Bild eines goldenen Wunderbaumes Wikipedia und lässt die Geldquellen mehr und mehr sprudeln.
    Bei WMF wurde trotz offensichtlicher immenser Erfolge Sue Gardner ausgetauscht. Es sollte das Denkverbot fallen, diesen Kasus auch in Deutschland in Erwägung zu ziehen, zumal die Erfolge von Sue Gardner im Vergleich mit Pavel Richter wirklich wegweisend waren.

     
    • Ralf Liebau

      2013/07/09 at 13:59

      @ kunstkaserne / Juliana

      Schade, dass Du Deinen Beitrag nicht für konstruktive Kritik genutzt hast, sondern in ein klares Gut-Böse-Muster verfällst. Ich bin aus dieser Diskussion jedenfalls jetzt raus.

       
      • Markus Franz (@einfranz)

        2013/07/09 at 14:12

        Warum Kritik an einzelnen Personen automatisch nicht konstruktiv sein soll, bleibt den Geheimnis, Ralf. Nach meinem Verständnis sollte so sein, dass das Präsidium die großen Leitlinien für WMDE vorgibt, die der Vorstand dann mit Leben ausfüllt und in die Tat umsetzt. Praktisch geben alle Beteiligten aber ein anderes Bild ab: Der Vorstand macht einen Vorschlag, über den sich dann zaghaft aus dem Präsidium beschwert wird (oder nicht), und der es letztendlich abgenickt wird.

        Und ganz grundsätzlich: Wenn ihr nicht wollt, dass wir alle in ein Gut-Böse-Muster verfallen, dann macht doch einfach transparenter, was ihr tut. Bislang findet die Präsidiumsarbeit völlig losgelöst von der Community statt, allenfalls werden Berichte in einem geschlossenen Forum veröffentlicht. Wie soll man sich da ein realistisches Bild von dem machen, was ihr tut?

         
    • DaB.

      2013/07/09 at 14:13

      Im Gegensatz zu Sue hat Pavel wenigstens nicht versucht uns mit einem Bildfilter zu „beglücken“…. So schlecht wie du schreibst macht Pavel seinen Job auch nicht (im Gegenteil, er macht ihn teilweise zu gut), ein Austausch wäre absoluter Unsinn.

       
      • Markus Franz (@einfranz)

        2013/07/09 at 14:34

        Wo habe ich geschrieben, dass er seinen Job schlecht mache? Ehrlich, das weiß ich nicht abschließend zu beurteilen. Ich kann nur vermuten, was der Eindruck in der bösen Welt da draußen ist und was man (vermutlich) vielleicht machen kann, damit der sich ein kleines Stück weit ändert.

         
      • DaB.

        2013/07/09 at 14:40

        Das sollte an kunstkaserne gehen. Ist schwierig hier zu verstehen, wohin die „Antowrt“-Links gehören.

         
    • Alice

      2013/07/09 at 14:35

      Sue Gardner wurde nicht ausgetauscht, sie verlässt die Foundation aus eigenem Antrieb und ohne Zwist. Der mitschwingende Ton einer Differenz oder gar Kündigung ist weder zutreffend noch angebracht. https://blog.wikimedia.org/2013/03/27/sue-gardner-departure-announcement/

       
      • DaB.

        2013/07/09 at 14:44

        @Alice: Ich denke, wir Alle haben zuviele Politiker oder Manager aus „gesundheitlichen“ oder „privaten“ Gründen gehen sehe, um noch zu glauben, jemand würde einen solchen Posten freiwillig verlassen. Natürlich kann es in diesem einem Fall einmal anders gewesen sein, aber wirklich glauben kann ich das nicht.

         
  11. Marcus Cyron

    2013/07/09 at 14:50

    Die Diskussion wäre wichtig, Steffen hat die dankenswerter Weise endlich mal öffentlich angestoßen. Aber, @ Juliana, auf dieser Ebene geht es mir wie Ralf. Auf dieser Ebene will ich nicht diskutieren. Denn genau das IST Bashing – und nicht Kritik.

    @ Ralf: ich sehe das anders als du. Das Präsidium ist ausserhalb der MV der Vertreter der Mitglieder. Und steht als solcher über allen anderen Gremien, abgesehen eben von der MV. Somit ist das Präsidium in allen Fragen des Vereins Weisungs- und Entscheidungsbefugt. Wie du sagst, das ist alles vage formuliert – aber für mich kommt einzig diese Interpretation in Frage. Und an der Stelle geht es ausdrücklich nicht um eine Person, sondern nur um die Sachfrage an sich: Es kann gar nicht sein, daß ein Angestellter des Vereins (oder lasse es irgendwann mal zwei oder drei Vorstände sein, dann eben zwei oder drei) auch an den Mitgliedern vorbei entscheiden kann, was der Verein macht, wohin er geht. Das wäre im übrigen das Ende des Vereins.Oberstes Gremium zwischen den Mitgliederversammlungen ist das Präsidium, Punkt.

    Ansonsten muß ich auch Daniel in Teilen sehr recht geben. Es kamen zuletzt viele Klagen aus dem Präsidium, aber Steffen ist endlich einmal das Erste Mitglied, der diese Probleme die ja offensichtlich da sind offen anspricht. Das ist schlicht nicht wegdiskutierbar. Es ist nicht wegzudieskutieren, daß viele lächeln, dabei aber eine Faust in der Tasche haben. Es ist nicht wegdiskutierbar, daß ein Teil des Präsidiums gestalten will, der andere gut damit lebt, wenn er den „Titel“ des WMDE-Präsidiumsmitglieds spazieren tragen kann. In Anbetracht dessen, daß es derzeit danach aussieht, daß der Frust bei manchen im Präsidium so groß ist, daß es bei der nächsten Wahl wohl ein starkes wegbrechen der ersten Fraktion geben wird, habe ich langsam ernsthaft Sorge um den Verein.

    Es ist auf Dauer ungesund, wenn die Entscheidungen in einem 6000-Mitglieder-Verein am Ende nur bei einer Person liegen. Selbst die besten Absichten können das nicht ausgleichen. Zumal zuletzt die Fehlentwicklungen (nur ein Beispiel: Bereich Bildung/Wissen) zunehmen – und offenbar keine Partei des Vereins noch eine Möglichkeit zum Eingreifen hat. Oder daß offenbar neuen Mitarbeitern nicht wie ein Mantra die wichtigste Grundregel eingepaukt wird: die Geschäftsstelle arbeitet für die Freiwilligen – und nicht umgekehrt. Solange die Kosten-Nutzen-Rechnung einer teuren Geschäftsstelle stimmt, bin ich als Mitglied gerne bereit das mitzutragen.

    Zuletzt haben wir bei einer immer teureren und immer volleren Geschäftsstelle aber nach meinem Gefühl immer weniger Ertrag für Freies Wissen, für die Wikimedia-Projekte. Und ich frage mich – wo ist da das Präsidium? Ja, wo ist es. Es ist dabei sich noch nicht einmal über die eigenen Kompetenzen im klaren zu sein und muß Worthülsen und PR-Sprech diskutieren (es ist nicht verwunderlich, daß hier viele Mitglieder und Wikimedia-Engagierte den Eindruck haben, daß da per Beschäftigungstherapie vom Wichtigen abgelenkt wird). Und einzelne Mitglieder können es sich nicht einmal sparen weite Teile der Wikimedia-Community zu beleidigen. Das Bild nach aussen ist derzeit auf allen Ebenen erbärmlich. Und hier hat Juliana recht – das ist nicht die Schuld der kritischen Vereinsbegleiter und -mitglieder. Von anderen Fehlentwicklungen fange ich besser gar nicht erst an, ich merke gerade, daß ich in Rage komme und sonst noch etwas schreibe, das vielleicht derzeit nicht sein sollte.

    Aber Eines ist klar, Leute: so kann das nicht weiter gehen. Und wenn ihr es nicht bald gebacken bekommt, müssen wir Mitglieder zur Not den Reset-Knopf drücken!

     
    • h-stt

      2013/07/10 at 14:27

      Marcus, du irrst über die Rolle des Präsidiums. Bei der Satzungsreform wurde der hauptamtliche Vorstand etabliert, er ist das zentrale Leitungsgremium des Vereins. Er ist durch Kontinuität und Sachnähe gekennzeichnet und es ist vollkommen logisch, dass dadurch auch die Macht zu ihm verschoben wurde. Der Verein wollte es so. Hauptgrund war dass die Ehrenamtlichen Befürchtungen hatten, dass sie nach Vereinsrecht für etwas haften würden, was sie wegen ihrer Entfernung von der realen Arbeit in der GS nicht wirklich überwachen können.

      Das Präsidium hat seitdem nur noch steuernde Funktionen, nicht mehr leitende. Es hat Kontrollaufgaben und nur sehr eingeschränkte Lenkungsmöglichkeiten. Nochmal: Das war so gewollt.

      Wenn ihr damit nicht leben wollt, müsst ihr zurück zum alten Satzungsmodell mit dem ehrenamtlichen Vorstand und einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Die Haftungsfragen stehen dem nicht entgegen, denn eigentlich war die Haftung durch eine Gesetzesänderung schon geklärt, bevor der Verein sich umgebaut hat.

      Aber: In einem hinreichend großen Verein, in dem Hauptamtliche maßgebliche Arbeiten ausüben, haben sie immer in der Praxis den größeren Überblick über die Tätigkeit. Sie sind einfach näher dran und sie sind vor allem länger dabei, wenn die Ehrenamtlichen relativ schnell wechseln. Diese Machtunterschiede lassen sich nicht aufheben. Auch wenn eine Verlängerung der Amtszeit auf zwei Jahre schon ein bisschen ausgleichend wirken kann. Mehr als zwei Jahre sehe ich zur Zeit im Verein nicht als realistisch an, dazu ist er noch zu jung und dazu sind die meisten Ehrenamtlichen noch zu wenig gefestigt, zu wenige können sich glaubhaft auf zB vier Jahre verpflichten.

      Persönlicher Hinweis: Ich habe einen guten Teil meiner „Sozialisation“ in der Vereinswelt in einem Verein erlebt, der diesbezüglich ausgewogener war. Auch wenn der Verein über 100 Jahre alt ist, wuchs er erst seit etwa den 1980er Jahren unter einem neuen Vorsitzenden, der seit den späten 1970ern und bis heute ununterbrochen im Amt ist. Die Geschäftsstelle ist bewusst zweigeteilt, in einen Geschäftsführer, dem aber nur die Vereinsverwaltung untersteht und einer Fachabteilung, die eben die fachliche Arbeit des Vereins macht und einem Referenten untersteht. Der langjährige Vorsitzende hatte nahezu von Anfang an aufgrund seiner beruflichen finanziellen Situation die Möglichkeit wichtige strategische und politische Termine selbst und an jedem beliebigen Ort wahrzunehmen. In diesem Verein hat der ehrenamtliche Vorsitzende eine starke Stellung. Aber auch nur er, die anderen ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder sind schon deutlich weiter weg.

       
  12. Jens Best

    2013/07/09 at 16:31

    Das Präsidium eines Vereins muss sich auch um die strategische Ausrichtung (kurz-, mittel- & langfristig) kümmern. Willkürlich nur einige operativen Ziele und Projekte als Präsidium auf eine verpflichtende Wunschliste zu setzen, wäre schlichtweg unverantwortlich gegenüber den Vereinsmitgliedern, den Mitarbeitern, den Communities und der Öffentlichkeit.

    Insofern teile ich nicht die launische Kritik von Steffen. Es gab genügend andere Mitglieder des Präsidiums, die dieses Wochenende genutzt haben, an der strategischen Ausrichtung in all ihrer Vielfalt und Tiefe zu arbeiten. Die gefundenen strategischen Ziele sind noch nicht endgültig ausformuliert, aber im wesentlichen klar.

    Ich würde also nicht, wie das hier einige tuen, aus der völlig überzogenen Kritik eines einzelnen Präsidiumsmitgliedes, das auch noch zugibt, in weiten Teilen gar nicht mitgearbeitet zu haben, Rückschlüsse auf den Verlauf ziehen. Wer als Präsidiumsmitglied die Leitmotive und strategischen Ziele eines so großen Vereines als „Meta-Blabla“ abtut, ignoriert in meinen Augen schlichtweg eine seiner wichtigsten Aufgaben.

    Ich persönlich hätte mir auch gerne drei Tage Klausur gewünscht, aber das Präsidium hat eingespielte Methoden der Online-Zusammenarbeit, so dass ich mir wenig Sorgen mache, dass die Formulierung der strategischen UND operativen Zielvorgaben mit dem arbeitswilligen Teil der Präsidiumsmitgliedern erfolgen kann.

    Persönlich hätte ich mir das auch gerne ein oder gar zwei Monate früher gewünscht. Ich teile die obigen Problemdarstellungen hinsichtlich der Einarbeitung und Koordination eines Präsidiums, das, wie ich immer höre, hinsichtlich der mannigfaltigen inhaltlichen Arbeit des Vereines eines der aktivsten seit langem ist. Gerade diese breite Aufstellung des Präsidiums ist in einer solchen Phase des Vereines wichtig, macht aber auch die Koordination der Strategie-Arbeit etwas umfangreicher.

     
    • DaB.

      2013/07/09 at 23:09

      @Jens: Bei diesem „launigem“ und „einzelnen“ Präsidiumsmitglied handelt es sich um den Schatzmeister des Vereins; eines der höchsten Ämter die der Verein hat. Nebenbei ist er auch noch aktiver Wikipedianer, steht im IRC und eMail für Rückfragen zur Verfügung, ist langjähriges Vereinsmitglied und hat auch schon andere Aufgaben im Verein wahrgenommen – also genau Alles was auf dich nicht zutrifft.
      Offenkundig hat Steffen vorher recht genau geäußert, was er sich von diesem WE erwartet: und das wurde nicht gebracht. Natürlich steht es dir frei von dem WE einen anderen Eindruck zu haben, aber das ist kein Grund Steffen so niederzumachen (zumal er euch auch noch in Schutz genommen hat). Er (und ich bin sicher noch einige andere Präsidianer) war nicht zufrieden mit dem Treffen und er hat das Recht das so auszudrücken.

       
      • Jens Best

        2013/07/10 at 06:54

        @DaB Ich stehe auch für Rückfragen per Mail zur Verfügung. Ich würde dich doch bitten, von solchen falschen Aussagen Abstand zu nehmen. Das man als ehrenamtlich Arbeitender auch 24/7 in einem IRC zur Verfügung stehen muss, halte ich für eine dreiste Erwartungshaltung. Was an dem Wochenende “gebracht“ oder besser behandelt wurde, lag in den Händen derjenigen, die teilgenommen haben. Wenn mir etwas auf einer Veranstaltung nicht passt, versuche ich eben vor Ort, dass es anders/besser wird. Notfalls hänge ich eine Nachtschicht dazu, das Wochenende war zum Arbeiten da. Zumindest für mich.

        Wenn jemand schon lange Mitglied ist, ist sicher bekannt, dass konkrete Ziele nicht einfach im Raum stehen können, sondern in einer einigermaßen kohärenten Strategie eingebettet sein sollten. Offenkundig wollte die Mehrheit des Präsidiums dies in dieser Reihenfolge bearbeiten.

        Ich habe auch eine ganze Reihe von operativen Zielen, die nun erst nach dem Wochenende im laufenden Prozess vorgeschlagen und diskutiert werden können. Es ist aber sicher besser dies aus einer klaren Leitmotiv-Strategie herleiten zu können, als einfach so aus dem Bauch heraus. Das ist sicher auch im Sinne der Verantwortung gegenüber den Mitgliedern.

         
      • DaB.

        2013/07/10 at 12:01

        @Jens: Ob du auf direkte Mail-Anfragen reagierst kann ich nicht beurteilen, auf der Verein-ML und bei meinen eMails ans Präsidium war von deiner Seite bis jetzt aber das totale Schweigen angesagt. Das du nicht 24/7 im IRC sein kannst ist klar, aber ich kann nicht erinnert dich jemals dort gesehen zu haben (weder vereins- noch Wikipedia-Channel) – vielleicht lurkst du aber unter unbekanntem Nick dort oder bist immer genau dann online wenn ich es nicht bin. Steffen ist da auf jeden Fall DEUTLICH aktiver als du.
        Eine Tagesordnung komplett umzuwerfen, wenn sie erstmal vorliegt (und vorher andere Dinge suggeriert wurden) ist recht schwer – zumal wenn einige Teilnehmer das Problem nicht sehen oder mit dem Überrumplen einverstanden sind.
        Sich jetzt mit einem 10-Jahresplan (der „Kompass 2020“ geht ja noch ein paar Jahre) zu beschäftigen ist mehr oder weniger sinnlos, da der Verein eher kurz- und mittelfristige Problem hat, die gelöst werden müssen (z.B. die Beziehung zwischen Präsidium und Vorstand).
        Gab es denn eine Abstimmung vor Ort, in der das Präsidium festgelegt hat, das „in dieser Reihenfolge“ gearbeitet wird? Und wie waren die Stimmanteile?

         
    • Henriette

      2013/07/10 at 11:23

      Solche Sachen wie „strategische Ausrichtung”, „strategische Ziele”, gar „strategische Zielvorgaben” oder „Leitmotive” klingen natürlich toll und die haben auch ganz sicher ihren wichtigen und richtigen Platz im „Big picture” eines Vereins der das globale Ziel „Förderung Freien Wissens” verfolgt.

      Aber dieser Verein ist nicht nur das globale Wir-befreien-Wissen-„Big picture”, der muß sich auch – um mal an der Basis anzufangen – mit seinen eigenen Strukturen, seinen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten beschäftigen. Als Präsidiumsmitglied kann man sich für sage und schreibe 12 verschiedene Ressorts melden und vermutlich meldet man sich für „Internationales” aus sehr anderen Gründen, als für „Vereinskommunikation” oder „Personal”. Zu allen Ressorts lassen sich sinnvolle und vielleicht sogar dringend nötige Visionen, Leitlinien, strategische Ziele formulieren. Ich frage mich allerdings, ob die alle gleichermaßen wichtig, drängend oder jetzt und sofort nötig sind. Und ob die eine gleichermaßen (ge-)wichtige Rolle für den Verein, in der GS und für die WM-Communities spielen (das sind nämlich die drei großen Bereiche, die zwar eine gemeinsame Schnittmenge von Interessen/Zielen haben, aber auch einen jeweils ganz gewaltig großen Bereich eigener und spezieller Interessen/Ziele, die für die anderen Bereiche wenig bis gar keine Rolle spielen!).

      Ganz offenkundig (man betrachte diese Diskussion mal unter diesem Aspekt) haben die Präsidiumsmitglieder ziemlich unterschiedliche Vostellungen davon wie man an die Aufgabenstellung „was will dieser Verein überhaupt” herangeht. Halte ich auch für logisch, denn die Aufgaben oder Visionen im Ressort „Mitgliederkommunikation” muß man sicher anders angehen, als Aufgaben im Bereich „Public Relations” oder „Freiwilligenförderung”; zudem haben derlei Aufgaben, Strategien oder Zielstellungen auch unterschiedliche Halbwertszeiten. Der im Jahr 2010 erfundene „Kompass 2020” war übrigens als langfristige Strategie bis zum Jahre 2020 gedacht – gehalten hat er mit Ach und Krach mal gerade bis 2012 – das zum Thema langlebige Strategien😉

      Ich bin vermutlich nicht visionär und geduldig genug, um die wirklich langfristigen Strategien oder großen Leitlinien für dringend genug zu halten und deshalb abwarten zu wollen wie sie Früchte tragen. Vielleicht bin ich auch nur zu skeptisch und enttäuscht, weil ich …

      a) … immer noch keinen vernünftigen Plan sehe wie die Mitglieder in die Strategieplanung des Vereins einbezogen werden sollen – das Mitgliederforum ist ein schlechter Witz (wars von Anfang an!) und ich vermute (bzw. hoffe), daß sich inzwischen _niemand_ mehr traut das als funktionierende Kommunikations-Plattform verkaufen zu wollen; inzwischen vegetiert sogar die Vereins-Mailingliste nur noch vor sich hin. Kommunikation und Interaktion mit den Mitgliedern findet – wenn überhaupt – nur noch 4 bis 8 Wochen vor den MVs statt; das aber auch nur, weil Leute (wieder-)gewählt werden wollen oder man Kandidaten fürs Präsidium sucht.

      b) … den Eindruck habe, daß das Präsidium als solches weder eine wirkliche Idee davon hat, wieviel Einfluss man wo haben und ausüben möchte oder irgendeine Idee was denn jetzt ganz konkret die Richtung oder das Ziel „des Vereins” ist. Und obwohl sie andauernd Feedback aus der Community einfordern und bekommen, scheinen sie es nicht zu schaffen dieses Feedback auch effektiv umzusetzen oder genau _das_ zu ihrer Hauptagenda zu machen (was vorausetzt, daß sowas wie die „Tacheles”-Veranstaltung tatsächlich irgendeinen Effekt haben sollte und nicht nur als Schreitherapie für Triebabfuhr sorgen sollte). Übrigens (das am Rande) ist mir schleierhaft, warum bei dieser Präsidiumsklausur offenbar alle verpflichtet waren linear und an den gleichen Aufgabenstellungen zu arbeiten. Wieso eigentlich teilt man das nicht Arbeitsgruppen auf, so daß auf der einen Seite die Visionäre und „big picture”-Denker und auf der anderen die Pragmatiker und Projekte-Ersinner gleichermaßen effektiv arbeiten können – ohne das die jeweils anderen ihnen „Marketing-Blabla” oder Kurzsichtigkeit unterstellen?

      c) … der Meinung bin, daß, wenn man schon solche Leitlinien wie „die Communities stehen im Mittelpunkt” formuliert, es auch überzeugend in allen Bereichen umsetzen und gewissermaßen leben sollte. Es reicht nicht, wenn 3 oder 5 Leute des Community-Teams nette E-Mails schreiben und jeder Community-Initiative einen Sack Geld auf den Tisch stellen. Wenn die Communities im Mittelpunkt stehen sollen, dann muß man sie auch ernstnehmen.

      d) … den Eindruck habe, daß andauernd vergessen wird das für ein Vereins-„Big Picture” ein Ziel wie „das verdammte Urheberrecht ist im Jahr 2023 dank uns endlich Geschichte” eine coole Vision ist; das sowas für die WP-Community, die sich tagtäglich störender bis echt bedrohlicher Einflüsse von Vandalismus bis Lobbying erwehren muß, aber eine eher marginale Rolle spielt.

      Wenn ihr Leitlinien oder ein strategische Ziele von mir haben wollt: 1. An Präsidium und GS: Kriegt bis Ende 2014 das Verhältnis zwischen GS und Präsidium gebacken und definiert klar die jeweiligen Zuständigkeiten und Weisungsbefugnisse bevor ihr an die Pläne zur Erringung der Weltherrschaft über das Freie Wissen geht. 2. An Präsidium und GS: Definiert endlich euer Verhältnis zu den Vereinsmitgliedern: Sind die Gesprächspartner oder nur Stimm- bzw. Spendenvieh? 3. An die GS: Definiert euer Verhältnis zur Community: Sind die nur willkommene Statisten, wenn man um Spenden wirbt, einen „Vorzeige-Wikipedianer” für die Presse braucht oder mit Förderleistungen glänzen will – oder sind die Gesprächspartner, die man ernsthaft in den Dialog einbeziehen möchte? 4. Ans Präsidium: Habt den Hintern in der Hose eure eigene Agenda zu finden, die konsequent zu verfolgen und umzusetzen – emanzipiert euch ein Stück weit von der GS! Und nutzt nicht nur die MVs dafür den Dialog mit den Mitgliedern zu suchen und zu führen.

      Danke🙂

       
      • Jens Best

        2013/07/10 at 14:17

        Bei strategischen Zielen und Leitmotiven geht es nicht nur um Freies Wissen. Die Strategischen Ziele trotz Kompass 2020 anzupassen, ist in einem solch schnell wachsenden und sich verändernden Umfeld wie der Internetnutzung (individuell und gesellschaftlich) durchaus sinnvoll. Die mannigfaltigen Bereiche, in denen die Basis der Wikimedia mit ihren Strukturen, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten verhaftet ist, sind durchaus im Fokus des arbeitsteilig agierenden Präsidiums. Eine einzelne lautstarke Community sollte aber auch bedenken, dass, trotz einer allgemeinen community-basierten Grundidee, es eben auch andere Bereiche und Communities gibt, die auf ihre Art und Funktion eingebunden werden müssen. Zum Glück ist das Präsidium groß genug, kommunikativ genug und streitbar genug, um der Breite dieser Aufgaben in seiner Gesamtheit gerecht zu werden.

        zu a) Es gibt die klare, von allen geteilte Absicht, die Mitglieder, die Communities und andere Experten sowohl für die Jahresplan-Erstellung als auch dauerhaft einzubinden. Hierfür gibt es auch konkrete Pläne. Das Präsidium hatte lediglich die Absicht, einige Grundlagen für diese Diskussion auszuarbeiten. Dazu diente dieses Wochenende und sein organisatorischer (kurzer) Nachlauf. (PS: Der Ablaufplan für dieses Wochenende war bereits Wochen vorher diskutiert worden, sodass ich nicht jede Unzufriedenheit mit dem Ablauf nachvollziehen kann).
        Des weiteren weise ich es zumindest für meine Person weit von mir, dass ich nicht mit Mitgliedern und anderen wichtigen Personenkreisen für die Wikimedia spreche, seit ich im Präsidium bin. Ich habe mich z.B. in mehreren Städten mit Vereinsmitgliedern getroffen, ich bin für die Wikimedia in verschiedensten Kontexten aktiv und führe dort Gespräche, um die Wikimedia insbesondere in meinen Präsidiumsschwerpunkten voranzubringen. Da weite Teile der Bevölkerung aus unerfindlichen Gründen nicht im IRC, sondern im RL leben, halte ich diese Arbeitsteilung im Präsidium für durchaus sinnvoll.

        zu b) auf der Klausur wurde auch nicht-linear und an verschiedenen Aufgabenstellungen gearbeitet. Es gab, das meinst du sicher, auch viel Kleingruppenarbeit. Dennoch ist eine gewisse Reihenfolge der Arbeit durchaus sinnvoll. Man kann schwerlich strategische Ziele und operative Ziele parallel diskutieren, sondern muss sich erstmal fragen, was überhaupt der Rahmen sein soll (ausgedrückt durch strategische Ziele). Ein gewisser Anteil der von mir gefundenen operativen Jahres-Zielvorschläge passt z.B. nicht in die jetzige strategische Planung, andere schon. Es wäre eine ziemliche Zeitverschwendung solche operativen Ziele in einer Kleingruppe zu diskutieren, wenn es später nicht in die strategische Ausrichtung passt. Und nochmal – es gibt einen besprochenen Ablauf, wie das Präsidium diesen Prozeß zuende bringt und die verschiedenen Stakeholder dann einbindet (unabhängig davon, haben wir auch vor der Klausur mit verschiedensten Anspruchsgruppen geredet, viele Gespräche/Interviews davon liefen konstruktiv.

        zu c) Ich kann mich nur wiederholen, und denke, dass dies auch von anderen Präsidiumsmitgliedern geteilt wird: Kein Bereich der Wikimedia-Arbeit ist fern von passenden Communities. Eventuelle und tatsächliche Missstände in der aktuellen Arbeit der GS werden von keinem Präsidiumsmitglied mehr hingenommen und es besteht die Forderung, dies konstruktiv zu ändern. Diese Forderungen sind auch in operativen Zielen zu formulieren. Ich für meinen Teil habe solche operativen Ziele in den Bereichen GLAM und Politik & Gesellschaft.

        zu d) ich bin dagegen, wie du es hier machst, einzelne Aufgaben gegeneinander auszuspielen. Wir sind groß genug, um uns um all diese Aufgaben zu kümmern. Wenn es Bedarf gibt, in einzelnen Bereichen vertiefend aktiv zu werden, muss das nicht einhergehen mit einer Reduktion der Arbeit in anderen Bereichen. Ich sehe auch nicht, dass im Präsidium, das arbeitsteilig agiert und sich für seine ehrenamtliche Tätigkeitsform sehr regelmässig austauscht, ein Bewusstsein über die vielfaltigen Herausforderungen fehlt.

        Zu deinen Abschliessenden Bemerkungen kann ich nur den Kopf schütteln und mich fragen, wo eine solch willentlich negative Phantasie herkommt.

        1. Sehe ich mich sehr unabhängig von der GS. Auch wenn ich am Anfang meiner Präsidiumstätigkeit, verständlicherweise, noch mehr fragend und analysierend als einschreitend unterwegs war. Ebenso habe ich bei vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der GS viel Unterstützung bekommen, die geprägt ist von Offenheit und Kritikfähigkeit (einer Eigenschaft, die ich bei einem anderen Stakeholdern ab und an schmerzlich vermisse.)

        2. Ich finde es geradezu dreist zu unterstellen, dass man die Mitglieder als Stimm- und Spendenvieh missbraucht. Ich habe keine Ahnung von wo du eine solche Meinung ableitest. Ich habe soviel wie möglich Mitglieder kennengelernt und sehe dort einiges an Potential. Es gibt auch Mitglieder, die wenig Zeit haben, auch dies sollte akzeptiert werden. Insgesamt ist für mich, und auch einige andere Präsidiumsmitglieder, jede Menge Input bei den Vereinsmitgliedern, der sicher noch besser eingeholt werden kann, aber niemals so schnöde ignoriert wurde, wie du es hier unterstellst.

        3. Ich will für diesen Punkt nur für mich sprechen. Ich brauche mich nicht erst von der GS zu emanzipieren, weil ich mich ihr nie „unterworfen“ habe. Dieses ganzen schräge Bild kam mir in der Präsidiumsarbeit auch nie in den Kopf. Die GS ist ein partnerschaftlicher Dienstleister und Umsetzer für die Vereinsarbeit. So habe ich die Arbeit der Hauptamtlichen auch immer erlebt. Durchaus kritisch und selbstreflektiert, aber immer daran interessiert, ihre Arbeitsbereiche gemäß den Vereinszielen umzusetzen. Ich bin froh darüber, dass in der GS eigenwillige köpfe sitzen, die den Zielen mit Spass dienen wollen. Wenn dort irgendwelche Abnicker sitzen würden, hätte ich ein viel größeres Problem damit als Präsidiumsmitglied. Und das es auch mal kracht, gehört dazu. Wer es danach schafft, konstruktiv weiterzuarbeiten, anstatt jeden Vorfall den anderen ewig und drei Tage nachzutragen, hat auch schnell wieder Freude an der gemeinsamen Sache.

        In diesem Sinne

         
  13. Richard Heigl

    2013/07/09 at 17:01

    Die Debatte hier lesend habe ich mir mal die Satzung von WMDE näher angesehen. Die zeigt das Problem eigentlich recht deutlich: De jure ist das Präsidium als Repräsentant des höchsten Gremiums (Mitgliederversammlung) mit Haushaltsrecht (Schatzmeister) gewählt. De facto wird das Präsidium und damit die Mitgliederversammlung dem Vorstand und der dazugehörigen Verwaltung untergeordnet.

    Beispiele:
    * Der Vorstand hat die Dienstaufsicht über den Vorstand. Der Vorstand kontrolliert sich selbst.

    * Der Vorstand leitet die Präsidiumssitzung. Damit erhält er die Möglichkeit, die Debatte des ihm übergordneten Gremiums zu lenken. Das wäre so, als würde die Bundeskanzlerin oder genauer der Direktor der Bundestagsverwaltung die Bundestagssitzung leiten. Die Sitzung des Präsidiums leitet natürlich der Vorstand des Präsidiums oder eine vom Präsidium bestellte Person.

    * Der Vorstand vertritt den Verein nach außen. Dabei bleibt zum Beispiel völlig ungeklärt, ob er das auch in den politischen und strategischen Fragen tut. Die gehören eindeutig in in den Zuständigkeitsbereich des gewählten Gremiums (Präsidium). Personal und Personalchef sind nicht gewählt und damit auch nicht mit einer „Regierung“ vergleichbar. Zur strukturellen Unterordnung von Präsidium und Mitgliedern unter den Vorstand passt aber auch, dass das Präsidium nur den Verein den Mitgliedern gegenüber repräsentiert. Letzteres ist schon rechtsphilosophisch eine völlig unsinnige Formulierung. Die Mitglieder bilden den Verein. Und natürlich repräsentiert das Präsidium die Mitglieder und damit den Verein. Der Verein an sich ist kein selbständiges Wesen. Genausogut könnte man schreiben, der Bundestag repräsentiert den Staat gegenüber dem Volk.

    Das waren jetzt aber nur die Sachen auf den ersten Blick.

    Wenn das Präsidium seine in der Satzung ausgewiese Aufgabe wirklich wahrnehmen soll, muss es dazu auch ermächtigt werden.

    * Dazu gehört, dass die satzungsmäßige Unterordnung des Präsidiums unter die eigene Verwaltungseinheit, die heute als Paralleluniversium neben dem Präsidium organisert ist, beseitigt wird.
    * Dazu gehört, dass zumindest die Vorstände des Präsidiums eine materielle Entschädigung bekommen um sich der Aufgabe auch ausgiebig widmen zu können. Das betrifft nicht zuletzt die fragen der Finanz- und Wirtschaftsplanung. (Natürlich müssen die Präsidiumsmitglieder auch wirklich was tun, sonst ist die Organisation insgesamt blockiert. Das ist ein anderes Thema, kann aber auch geregelt werden.)
    * Dazu gehört für meine Begriffe, dass das Präsidium in der Verwaltung natürlich Personal haben muss, das nur von ihm ausgewählt und ihm zugeordnet ist. Sonst ist es ja strukturell völlig vom Apparat getrennt, der eine Eigendynamik bei der Rekrutierung des Personals entwickelt. Tendenziell verengt sich damit der Zugriff des Präsidiums auf Daten, die es zur Ausübung der Kontrollfunktion benötigt. etc.etc.

    Die innere Verfassung des Vereins darf nicht hinter den allgemeinen demokratiepolitischen Standards zurückfallen. Im Gegenteil WMDE müsste hier sogar Vorreiterrolle einnehmen.

     
    • Alice

      2013/07/10 at 13:11

      Richard, sind dir möglicherweise die Begrifflichkeiten durcheinander geraten? Das mit der Unterordnung des Präsidiums unter den Vorstand möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen, denn bei der Überarbeitung der Satzung war es ein dringendes Anliegen, das möglichst auszuschließen. Mein letzter Stand ist, dass der Vorsitzende des Präsidiums sowohl die Dienstaufsicht über den Vorstand hat als auch die Präsidiumssitzungen leitet. Alles andere wäre auch widersinnig. Oder gab es da Änderungen?

      Aufsichtsrat war übrigens genau der Begriff, der damals als Bild in der Luft hing. Ein solch wirtschaftlich besetzter Begriff mit unterstellten Vergütungen und weiteren Vorteilen passte aber schlecht in die Vereinskultur und sein Selbstverständnis. Daher fiel die Wahl auf Präsidium.

       
      • Richard Heigl

        2013/07/10 at 14:58

        Hallo Alice. Beim Thema „Aufsichtsrat“ bestätigst du meine Einschätzung, was die Grundidee dieser Satzung war. Dass die damit verbundene, wie ich es nenne, „Unterordnung“ ausgeschlossen werden sollte, mag ein Beweggrund der Autorinnen und Autoren gewesen sein. Aber man hat ungewollt oder nicht unterm Strich zwei Organe geschaffen, bei dem das eine scheinbar alles kontrollieren kann, das zu Kontrollierende aber allein schon satzungsmäßig wichtige strategischen Vorteile hat. Das habe ich oben versucht zu skizzieren.

        An einem Punkt muss ich präzisieren (danke für den Hinweis): Die Sache mit der Dienstaufsicht findet sich – da hast du Recht – nicht in der Satzung, sondern in der Geschäftsordnung: § 3 Vorsitzender – (1) Der Vorsitzende hat folgende weitere Rechte und Pflichten: …(d) die Dienstaufsicht über den Vorstand zu führen.

        Das kam mir schon komisch vor🙂 Aber vielleicht gibts ja auch für sowas Gründe.

        Mir gehts hier gar nicht darum, irgendjemanden auf die Rübe zu hauen. Mir geht es darum, dass WMDE aus seinen spezifischen Erfahrungen lernend, die Gelegenheit nicht verpasst, sich organisatorisch weiterzuentwickeln. WMDE ist für die Welt des freien Wissens zu wichtig, um stillzustehen und eine Spendensammel-NGO neben anderen zu sein.

        Heute ist es so, dass Leute im Präsidium sagen, „mit uns wird hier Schlitten gefahren“. Und das ist kein situativer Eindruck, sondern geht schon eine Weile. Das mag auch an konkreten Personen hängen. Das kann nicht beurteilen. Ich bleibe hier in dieser Diskussion bei den hinreichend unpopulären Satzungsfragen. ^^ Und da ist es ein großer Unterschied, ob die Mitglieder ihre Vorstände direkt wählen können oder nicht. Und wenn man sich für das „Aufsichtsratsmodell“ entscheidet, ist es für die realpolitische Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidiums auch ein wichtiger Unterschied, ob alle Präsidiumsmitglieder nur ehrenamtlich sind oder nicht. Und es ist eine ganz reale Benachteiligung des Präsidiums, wenn dieses Organ zusätzlich nur auf ein Jahr gewählt wird. Eine Verlängerung der Wahlperiode allein, wirds aber auch nicht richten.

        Wenn jetzt Leute im Präsidium was aus dem Organ machen wollen, ist das doch eigentlich eine ganz hervorragende Nachricht.

         
  14. Marcus Cyron

    2013/07/09 at 17:38

    Das Präsidium hat mittlerweile einen eigenen Assistenten. Dieser wurde leider – wie auch alle anderen neuen Mitarbeiter zuletzt – nicht mehr wie üblich im WMDE-Blog vorgestellt. Auch hier – ein eindeutiger Rückschritt, ein Rückfall in Vereins-Urzeiten.

     
  15. Richard Heigl

    2013/07/09 at 18:47

    Mit Blick auf Satzungen anderer Stiftungen wäre zu fragen, ob die Trennung Vorstand / Präsidium nicht aufgehoben werden sollte.

    Es gibt Stiftungen, da wählt die MV einen Vorstand (bei uns: Präsidium) und darin können geschäftsführende Vorstandsmitglieder sein (Rosa Luxemburg Stiftung) oder es gibt die Variante, dass drei hauptamtliche Vorstandsmitglieder gewählt werden und die können einen Geschäftsführer bestellen, der mit beratender Stimme an den Vorstandssitzungen teilnimmt (Heinrich Böll Stiftung). Diese Variante finde ich übrigens gar nicht schlecht.

    Andes gesagt, die Probleme, die hier diskutiert werden, gibt es auch in anderen Stiftungen. Ich glaube auch nicht, dass die das alles ganz super gelöst haben. Der Teufel liegt im Detail. Aber man kann sich einiges abschauen. Und die Trennung Vorstand / Präsidium führt unweigerlich zu vermeidbaren Konflikten. Da streitet man lieber über Inhaltliches.🙂

     
    • DaB.

      2013/07/09 at 23:16

      @Richard: Die Trennung in Vorstand und Präsidium erfolgte aus haftungstechnischen Gründen. Der Vorstand eines Vereines haftet für gewisse Belange des Vereins mit seinem persönlichem Vermögen – und da der Verein einige Millionen schwer ist, wurde es schwierig Ehrenamtler zu finden, die sich diesem Risiko aussetzen wollten. Daher die Lösung mit dem hauptamtlichen Vorstand, der haftet, und den ehrenamtlichen Präsidium, das nicht haftet.
      Für die Struktur des Vereins spielt es aber keine Rolle ob Pavel nun Vorstand oder Geschäftsführer ist – in beiden Fällen hat er große Handlungsfreiheiten und kann (KANN! nicht muss) die Ehrenamtler an den Rand drücken.
      Wir sind übrigends keine Stiftung, sondern ein Verein.

       
  16. Kurt Jansson

    2013/07/09 at 20:36

    Ich bin ganz bei Alice. Die Konstruktion Vorstand/Geschäftsführer bzw. Präsidium/Vorstand haben wir nun seit sieben Jahren. Sicher gab es immer wieder Phasen, in denen das Verhältnis neu ausgelotet wurde, aber grundsätzlich ist die Sache recht klar: Das Präsidium hat zwischen den MVs so viel Macht, wie es sich nimmt – und sollte von ihr doch nur im Ausnahmefall Gebrauch machen: entweder, wenn es vom Vorstand darum gebeten wird, oder wenn es zum Schutze des Vereins eingreifen muss.

    Vor allem aber ist das Präsidium ein Gremium, das langfristige Vorgaben macht und deren Umsetzung kontrolliert. Ob es diese Vorgaben dabei im Ungefähren belässt und jedes Jahr aufs Neue mit einem Moderationsköfferchen bei Null anfängt, oder sich an ganz konkreten Problemen abarbeitet, bleibt jeder neuen Präsidiumsgeneration freigestellt.

    Was beispielsweise die Entscheidung über den künftigen Sitz der Geschäftsstelle betrifft, so würde ich erwarten, dass es einen Zustimmungsvorbehalt des Präsidiums gib. Der Vorstand würde dem Präsidium eine Empfehlung aussprechen, diese kurz begründen, andere Optionen nennen und das Präsidium würde dieser Empfehlung nach kurzer Diskussion folgen. Es ginge hier also um Kontrolle, nicht um Entscheidung, und für ein Veto bräuchte das Präsidium schon einen sehr guten Grund. Umfangreiche Diskussionen wären ineffizient, das Präsidium muss darauf vertrauen können, dass der Vorstand die Abwägung gewissenhaft vorgenommen hat, das ist schließlich sein Job.

    Und noch kurz zur immer mal wieder geäußerten Idee, die Amtszeit des Präsidiums zu verdoppeln. Ich halte davon nach wie vor wenig. Ein Jahr ist eine lange Zeit, die Mitglieder müssen die Möglichkeit haben, nach diesem Zeitraum Präsidiumsmitglieder, die das Gremium de facto oder mental verlassen haben oder sich als nicht geeignet herausgestellt haben, auszutauschen. Viele Mitglieder werden ja wiedergewählt, so dass es durchaus eine Kontinuität gibt bzw. geben sollte. Ich mache mir eher Sorgen, dass wir trotz des Mitgliederwachstums einmal nicht ausreichend gewillte und geeignete Bewerber haben könnten.

     
  17. Aschmidt

    2013/07/09 at 20:51

    Richard Heigl hat wichtige Anmerkungen gemacht. Es sollte auch deutlich geworden sein, daß die Beschränkung der Amtszeit auf ein Jahr und die Notwendigkeit sich einzuarbeiten jedes neue Präsidium davon abhalten wird, den Vorstand auszuwechseln. Neues Präsidium und neuer Vorstand würden zumindest vorübergehend die Handlungsfähigkeit einschränken. Es muß aber möglich sein, auch den Vorstand zu wechseln, ohne daß der Verein irgendwelche Einschränkungen erfährt. Schon aus diesem Grunde sollte die Amtszeit des Präsidiums auf mindestens drei jahre verlängert werden, damit es überhaupt eine Chance hat, seine Kontrollfunktion gegenüber dem Vorstand überhaupt wahrzunehmen.

     
  18. Richard Heigl

    2013/07/10 at 02:34

    @DaB. Klar. WMDE ist freilich ein Verein. Ich komme (das muss ich erklären), gedanklich daher, dass die parteinahen Stiftungen, die ich sehr gut kenne, fast alle einen Verein als Rechtsform haben. Und da stellen sich den gewählten Repräsentanten die gleichen Fragen, weil es oft auch um Millionenbudgets geht, um Mitarbeiter, Haftung nach außen und innen etc. Die Böll Stiftung hatte ich nur angeführt, um zu illustrieren, welche Lösung ich mir vorstelle.

    Aber auch für einen klassischen Verein mit Spendenaufkommen und Geschäftsbetrieb kann nach meinem Kenntnisstand die Haftung kein zwingendes Argument für das interne Doppel-Konstrukt von WMDE, so wie es jetzt ist, sein. Sondern es ist die Strategie, die WMDE für sich gewählt hat. Es gibt unzählige Vereine, die Geschäftsbetriebe haben und genauso das Risiko reduzieren müssen, die aber diese Doppel-Struktur nicht ausprägen und vereinsintern demokratischer organisiert sind.

    Bei Greenpeace und Foodwatch gibt es soweit ich sehe ein ähnliches Konstrukt wie bei WMDE. Da heißt das Präsidium aber treffender „Aufsichtsrat“. Lobbycontrol regelt das aber schon wieder ganz anders. Das sind alles spendenfinanzierte Vereine mit Beschäftigten. Gleiches Problem unterschiedlich gelöst.

    Aber klar ist, und da hast du völlig recht, dass Ehrenämtler hier nicht viel ausrichten können und überfordert sind – wenn man sie überhaupt kriegt. Und um sie aus der Haftung zu nehmen, werden sie dann oft in einen erweiterten Vorstand gesteckt und die hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstände tragen die Verantwortung im Haftungsfall. Die sichern sich wieder mit Versicherungen ab usw. Das ist alles lösbar.

    Derartige Sachzwang-Argumente sind leider immer – auch bei guten Freundinnen und Freunden – auf ihre Notwendigkeit und den dahinterstehenden Motivationen hin prüfen. Und auch darauf hin, was WMDE eigentlich sein will.

    Letzteres finde ich das Wichtigste. Greenpeace ist zum Beispiel ein ganz grusliges Top-down-Projekt und entsprechend ist die Struktur. Ich finde aber, das passt gar nicht zu WMDE.

    Steffen wollte nicht Leitbilder, sondern konkrete Strategien und Zielvereinbarungen diskutieren. Und ja, das ist die Demokratie- und Machtfrage.

     
  19. Ra Boe

    2013/07/10 at 08:51

    Tja ich hatte falsche Vorstellungen von der „Strategieklausur”

    Nach dem Tachelesgespräch in Frankfurt hatte ich den Eindruck gewonnen, das auch noch andere (für mich) wichtige Themen angesprochen worden würde.

    Dem war also nicht so. Gut alles zu seiner Zeit, wir werde sehen.

     
  20. Marcus Cyron

    2013/07/10 at 14:40

    Was werden wir sehen? Mal ganz deutlich: wenn es dem Präsidium bislang nur gelang über die Formulierungen von irgendwelchem PR-Sprech zu debattieren – und selbst das schaffte er ja nicht einmal richtig – hat er mein Vertrauen nicht mehr. Denn dieser Kram ist nicht das, was ich mir unter langfristiger Strategie vorstelle. Wobei ich diesen Ansatz eh daneben finde. Alle Jahre ein neues Präsidium, das dazu da ist um sich letztlich damit zu befassen, die alte langfristige Strategie durch eine neue zu ersetzen? Was soll das? Das ist doch nur eine Beschäftigungstherapie und ich vermute, daß die meisten im Präsidium besseres zu tun hätten. Bei all unseren Problemen im hier und jetzt sollten wir uns endlich mal auf diese Fokussieren.

    Offenbar war die Neuregelung der Vereinsstruktur ein Schuss in den Ofen. Wir sollten das dringend nochmal angehen und einiges in andere Bahnen lenken.

     
  21. kunstkaserneberlin

    2013/07/10 at 17:22

    MMn wäre es die beste Lösung die Bildung des Präsidiums des WMF-Boards anzupassen:

    * das Präsidium muss Kandidaten beinhalten, die ein Mix aus von der Community direkt gewählten Personen, WMDE-Mitgliedern und einer externen Person ohne WP oder Wikimedia-Bezug (diese für ein Jahr gewählt)
    * zeitversetzte Wahlen: d.h. die jetzt schon vorhandenen Präsidiumsmitglieder können nur noch für eine Frist von 2 Jahren kandidieren, alle Kandidaten, die länger als 4 Jahre im Vorstand sind, scheiden bei der nächsten VM automatisch aus dem Präsidium, alle Neuzugänge starten mit einer Frist von 2 Legislaturperioden, dazu kommt eine externe Person ohne Wikipedia oder Wikimedia-Bezug, die für ein Jahr gewählt wird
    * Aufenthaltsrecht im Präsidium mind. 2, max. 4 Jahre mit Kandidatursperre, wenn die Frist abgelaufen ist
    * keine direktes „Überlaufen“ vom Präsidium in die Geschäftsstelle ohne angemessene Sperrfirst und umgekehrt (chapterübergreifend)
    * Verbot von Partnern/Verwandten von Präsidiumsmitgliedern oder Geschäftsstellenmitarbeitern im Präsidium (auch chapterübergreifend)
    * Verbot von Wikimedia-Postenhäufung von Präsidiumsmitgliedern, d.h. man kann nur Präsidiumsmitglied sein, aber nicht gleichzeitig z. B. einem Gremium, das über die Belange des Vereins entscheidet oder ein einem anderen Verein Vorstand, der den Zielen dieses Vereins widerspricht

    All diese Punkte angewandt würde Postenschubsern und „WMDE-Vorstand-Titelträger“ sehr schnell aussortieren und den Leuten Raum geben, die wirklich gestalten wollen.

     
    • h-stt

      2013/07/10 at 18:00

      Ist dir klar, dass du mit Amtszeitbegrenzungen automatisch die Ehrenamtlichen gegenüber den Hauptamtlichen schwächst? Die Hauptamtlichen sind ohnehin schon näher an der praktischen Arbeit und haben daher einen Informationsvorteil. Jetzt auch noch Ehrenamtlichen zu verbieten, eine langjährige Erfahrung aufzubauen, zementiert die Macht bei den Hauptamtlichen.

      Ich bin mir nicht sicher, was du eigentlich als Problem siehst. Macht ist real und unvermeidbar. Es müsste doch darum gehen Macht auszubalanzieren. Du schwächst die bereits schwächere Seite …

       
    • Marcus Cyron

      2013/07/10 at 22:54

      Das ist Unsinn. WMDE ist ein Verein nach deutschem Recht, die WMF eine Stiftung nach US-Recht.Wer bei WMDE was sagen will, soll eintreten. Bei der WMF kann man nicht eintreten, somit muß man das dort anders regeln. Im übrigen interessiert sich bei der WMF ja schon kaum Jemand für die Wahlen.

       
      • Marcus Cyron

        2013/07/10 at 22:59

        btw – dank der oftmals auch sehr unsachlchen Kritik geht auch jetzt schon kaum noch Jemand ins Präsidium, aus der Community noch weniger. Juliana, deine Vorschläge würden bei Umsetzung ein Debakel werden. Eine totale Katastrophe, weil am Ende nIemand mehr da ist, der was macht. Und wir sind letztlich auch nur WMDE. Ich sehe nicht ein, warum wir etwa Familienengagement ausbremsen sollten. Man sollte all das auch nicht überbewerten.

         
  22. kunstkaserneberlin

    2013/07/10 at 18:11

    „Die Hauptamtlichen“ ist die Geschäftsstelle mit GF/Vorstand Pavel Richter. Stärke ist Verantwortung und das muss nichts Schlechtes sein. Es sein denn, der Träger kann mit der Verantwortung nicht umgehen. Dann muss der Verantwortungsträger gehen. Die Lösung ist nicht ein Präsidium als ehrenamtliche „Schutzmauer“ gegen eine „hauptamtliche“ Bedrohung aufzurichten. Alle Posten und Positionen gehören auf den Prüfstand. Ergebnisoffen.

     
  23. Stepro

    2013/07/10 at 23:29

    Mal ganz realistisch betrachtet: WMDE fehlen die Kandidaten fürs Präsidium. Die letzte Wahl war eigentlich kaum eine, da es keinerlei Gegenkandidaten gab. Eine Position blieb sogar mangels Kandidat völlig unbesetzt.
    Als ich vor ca. 2 Jahren den damaligen Vorstand kritisiert habe, wurde mir von verschiedenen Seiten gesagt: „Dann kandidiere doch selbst und mach‘ es besser!“. Ich habe nun selbst kandidiert, über meine eigene Arbeit möchte ich nicht urteilen, aber eines finde ich durchaus: Das aktuelle Präsidium ist trotz aller Probleme und Kritik meiner Meinung nach eines der aktivsten Vereinsgremien und – für mich ganz wichtig – das mit Abstand transparenteste.
    Es gibt sogar von jeder Telefonkonferenz ausführliche Protokolle, die diesen Namen auch verdienen. Alle Abstimmungen werden namentlich protokolliert. Die einzelnen Ansichten der Präsidiumsmitglieder sind in den Protokollen dargestellt.
    Verwunderlicherweise scheint sich aber kaum jemand dafür zu interessieren, zumindest habe ich bisher kaum Feedback erfahren. Dennoch: Sie sind da, und jeder kann sich über die Aktivitäten (oder auch Nichtaktiviäten) der einzelnen Präsidiumsmitglieder ein Urteil bilden. Wer mag, kann sogar Anwesenheitsstatistiken erstellen – selbst das ist im Gegensatz zu Früher [tm] transparent dargestellt.

    Ich kann heute nur weitergeben, was mir damals gesagt wurde: Kandidiert doch bitte selbst und macht es besser! Und das meine ich ganz ernst und überhaupt nicht negativ. Ich würde mich über eine echte Wahl mit Alternativen im November jedenfalls freuen.

     
    • Henriette

      2013/07/11 at 01:28

      Ich weiß, ich nerve. Aber: „Verwunderlicherweise scheint sich aber kaum jemand dafür zu interessieren, zumindest habe ich bisher kaum Feedback erfahren.”

      Könnte das vielleicht daran liegen, daß ich als Vereinsmitglied darauf nicht hingewiesen werde? Und das ich mich im Forum erstmal anmelden muß, um derlei Informationen nachlesen zu können? Und damit (= Anmeldung) unempfindlich gegenüber der Abfragerei meiner Mailadresse sein muß? (ja, _ich_ weiß warum die abgefragt wird – aber ich bin auch nicht $Normalovereinsmitglied!)

      Warum werden diese Protokolle und Informationen nicht regelmäßig und zeitnah per Mail an die Mitglieder weitergegeben? (Äh ja: Ich meine „Text in der Mail”, nicht: Link auf ein Forum in dem ich mich anmelden muß, damit ich das nachlesen kann.)

       
      • Stepro

        2013/07/11 at 01:43

        Ich kann es natürlich nicht wissen sondern nur vermuten: Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es viele unserer inzwischen 6.500 Mitglieder arg nerven würde, so etwa alle 2 Wochen eine lange Mail mit dem Protokoll zu bekommen. Aus leidvoller Erfahrung weiss ich, dass das Informationsbedürfnis stark variiert. Du und ich haben ein sehr hohes, anderen ist schon eine kurze monatliche Mail zu viel. Eine Versendung aller Protokolle an alle Mitglieder sehe ich daher eher nicht.

        Und ganz ehrlich: Die Hürde einer einmaligen Anmeldung für das Forum ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Eher das gezielte Aufsuchen des Forums. Hier könnten vielleicht tatsächlich Hinweise auf der Vereinsmailingliste helfen.

         
    • H-stt

      2013/07/12 at 14:54

      Kandidaten kann man rekrutieren und auch vorbereiten. Schreibt doch die wesentlichen Anforderungen an Präsidiumsmitglieder zusammen. Auch Qualifikationen, die nur einzelne Mitglieder brauchen. Überlegt euch, ob es Vereinsmitglieder gibt, die zu dem Job passen würden und sprecht sie gezielt an und fragt sie, ob sie kandidieren wollen. Wenn sie ablehnen, fragt später mal wieder.

      Es gibt auch Fortbildungen und Kurse, die für einen solchen Posten sinnvoll sind. Inzwischen bieten einige Akademien Trainings für Ehrenamtler in größeren Vereinen an. Da gibt es Schatzmeisterschulungen, Kurse für Ehrenamtler, die erstmals Personalverantwortung bekommen, Öffentlichkeitsarbeit, und so weiter. Eröffnet doch euren Präsidiumsmitgliedern den Zugang zu solchen Kursen. Dafür wäre es aber sinnvoll, die Amtszeit auf zwei Jahre zu verlängern, denn ein Kurs beginnt sicher nicht immer gerade passend kurz nach einer Wahl und für ein paar Monate verbleibender Amtszeit könnte sowas dann zu teuer sein.

      Und noch ein praktischer Hinweis, wobei ich im Hinterkopf habe, dass es das bei euch schon gibt oder zumindest mal gab: Nach einer Wahl kann man zum ersten persönlichen Treffen des neuen Teams einen externen Moderator einladen, der den Leuten beim „Teambuilding“ hilft. Ich fand das vor langer Zeit mal sehr hilfreich, als wir das bei einem komplett anderen Verein gemacht haben.

       
  24. kunstkaserneberlin

    2013/07/11 at 17:08

    Naja, wenn dann alles so super ist im Präsidium und GF von WMDE, alles so bleiben soll wie es ist, wo ist dann das Problem? Dann ist die Sache doch gegessen. Ich lese hier sehr viel unpersonalisierte Kritik, die ins ungefähre gerichtet ist um niemanden persönlich anzugreifen oder zu verletzen. Aber das ist keine Lösung. Viele sind hier privat befreundet und das macht es umso schwerer, die Person, mit der vorher noch am Tisch ein Wein getrunken wurde, den Tag danach die professionellen Defizite um die Ohren zu hahen. Aber das so wird jeglicher Lösungsweg verpuffen, denn niemand wird sich den Schuh anziehen, wenn die Kritik so allgemein gehalten wird und es geht fröhlich weiter mit der Unzufriedenheit auf allen Seiten. Die Verquickung von privat und beruflich ist hier das Problem. Die Leute sind zu eng miteinander verbandelt. Das macht es geradezu unmöglich eine Lösung zu finden, da niemand jemanden den Stuhl wegziehen will. Die Diskussion hier hatte schon an einigen Stellen direkt „Familienkrach-Charakter“ und das ist es auch: WMDE ist eine große Familie. Ob das der Förderung des Freien Wissens zugute kommt, insbesonders der Wikipedia steht auf einem anderen Blatt. Denn nicht jede/r will Teil der Familie sein.

     
    • Marcus Cyron

      2013/07/11 at 18:53

      Was für ein Quark. Nur weil du meinst, persönliche Animositäten über das Projekt zu stellen, muß das nicht für alle gelten – und schon gar nicht der Weisheit letzter oder bester Schluß sein. Es geht um sachliche Probleme, die man an der Sache bespricht – und nicht an Personen.

      Im übrigen sollten wir besser nicht darüber debattieren beginnen, wie eng zwischen Wikipedianer wohl zu eng sein könnte…

      Btw – solange du hier unter einem Werbeaccount Auftritts, klingt all deine Kritik seltsam hohl und scheinheilig…

       
  25. Ralf Lotys

    2013/07/11 at 19:25

    Da die Wahlbeteiligung angesprochen wurde. Ganz ehrlich; ich habe keine Ahnung von der Struktur von WMD weiß nicht im geringsten wer im Vorstand oder Präsidium ist und was deren Job sei könnte. So geht es vermutlich vielen und es interessiert sie auch nicht im geringsten (mich auch nicht).
    Ich bin Mitglied bei WMD weil ich bei der Gründung die Idee ganz gut fand; Unterstützung der Wikipedia (und Brüder/Schwestern selbiger). Darunter verstehe ich Unterstützung der Autoren.
    Der ganze Kram der da inzwischen rumschwirrt wirkt auf mich größtenteils wie Selbstverwaltung. Ich bin ein Verfechter der Meßbarkeit von Zielen. Aber wenn man die Selbstverwaltung auflöst und die freiwerdenden Millionen einfach an die Autoren nach Köpfen ausschüttet (1.000 „sehr“ aktive auf de) wäre das so vermute ich genauso gut, vermutlich sogar effizienter und effektiver.
    Ich weiß, dass wird leider nicht passieren aber so ist halt die Relevanz von WMD für den normalen Wikipedianer; nahe Null. Für den Leser wohl auch.
    Und wer hat schon Lust und Zeit statt sinnvoller Dinge (Inhalte schaffen) irgendwelchen Firlefanz zu machen (irgendwelchen Metakram ohne Relevanz zu diskutieren?)
    Um klar zu machen; entwustet diesen Schmarrn, verkleinert WMD und konzentriert Euch auf das Wesentliche. (Ihr = ihr WMD-Leute: möget ihr Geschäftsführung, Präsidium, Office-Manager[?], Büroleitung [?WTF?], Projektleiter, Koordinator oder was auch immer für andere erstaunliche Bezeichnungen haben)

     
    • DaB.

      2013/07/12 at 01:14

      Jedem aktivem Wikipedianer einfach Betrag X zu geben geht schon deswegen nicht, weil der Verein dann seine Gemeinnützigkeit verlieren würde.

       
    • Marcus Cyron

      2013/07/12 at 11:05

      „Und wer hat schon Lust und Zeit statt sinnvoller Dinge (Inhalte schaffen) irgendwelchen Firlefanz zu machen (irgendwelchen Metakram ohne Relevanz zu diskutieren?)“ – oh, da kenne ich Viele. Vor allem vermeintliche „Kritiker“.

      Im übrigen scheinst auch du wirklich wie so viele nicht verstanden zu haben, wo der Unterschied zwischen WMDE, einzelnen Organen und Geschäftsstelle liegt. Denn du forderst letztlich Mitglieder aus dem Verein zu werfen. Anders kann ich mir nicht vorstellen, wie man WMDE – das ist der Verein, nicht die Geschäftsstelle – verkleinern könnte.

       
  26. Ralf Lotys

    2013/07/12 at 09:18

    Ist schon klar Dab. war auch nicht mein Punkt.

     
 
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