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Das Ende des FF USV Jena

27 Mrz

… scheint beschlossene Sache zu sein.

Gestern gab der FF USV bekannt, die beiden Vereine wollen »bestenfalls bereits ab der kommenden Saison – unter dem Dach des FC Carl Zeiss Jena ihre Kräfte bündeln und inhaltliche wie infrastrukturelle Synergien nutzen«. Das wäre dann also das Ende des FF USV Jena.

Dieser ist (um noch nicht war zu schreiben) jedoch nicht nur irgendein Frauenfußballverein in Deutschland.

Bereits in der DDR war man schon Traditionsverein. 1991 wurde der USV letzter ostdeutscher Frauenfußballmeister. Von 2008 bis 2018 spielte man 10 Jahre am Stück in der 1. Bundesliga. Nach dem Abstieg kam 2019 der sofortige Wiederaufstieg. Dieser wurde jedoch nicht nur von Spielerinnen und Trainerteam geschafft, sondern auch – so kurios das klingen mag – von den treuen Fans. Nachdem die Zweitligasaison faktisch nicht mehr zu finanzieren war, hatten die Fans eine Crowdfunding-Aktion gestartet, mit der sie es in unermüdlicher Kleinarbeit geschafft haben, die Saison zu Ende zu bringen, und damit den Wiederaufstieg erst möglich machten.

Da der FF USV mangels finanzkräftiger Sponsoren nie in der Lage war, deutsche Spitzenspielerinnen zu verpflichten, ging man (notgedrungen) andere Wege. So standen beim FF USV zeitweise sehr viele Nationalspielerinnen auf dem Platz – nur keine aus der Deutschen Nationalmannschaft. Viele ausländische Spielerinnen konnten dort in der starken deutschen Bundesliga Erfahrungen sammeln und gleichzeitig dem Jenaer Verein helfen.
Aber am bedeutendsten ist wohl die – auch mehrfach u. a. vom DFB ausgezeichnete – Nachwuchsarbeit des USV. So konnten sich in der Wiederaufstiegssaison 2018/19 zahlreiche Nachwuchsspielerinnen aus der II. Mannschaft auch in der I. Mannschaft beweisen – mit Erfolg.

Nun ist der FF USV Jena leider faktisch Geschichte. Da auch der 1. FFC Frankfurt sich zum Saisonende auflösen und Eintracht Frankfurt anschließen wird, bleiben als reiner Frauenfußballverein praktisch nur noch Turbine Potsdam und (zumindest ohne Profi-Männermannschaften) der SC Sand übrig.

Nun könnte man meinen: Es geht ja weiter. Beim FC Carl Zeiss Jena. Dazu ein paar Gedanken, wieso ich das nicht so sehe:

  • Die Fanszene beider Vereine hat fast keine Berührungspunkte. Weder kamen Fans des FCC zu Spielen des FF USV, noch haben die meisten Fans des USV irgendein Interesse an den Spielen des FCC.
  • Der FCC ist sportlich ebenso erfolglos wie zuletzt der FF USV. Wirtschaftlich ist es nicht anders. Eine Fusion ist faktisch ein Zusammenschluss von Not und Elend.
  • Die „Fans“ des FCC sind nicht gerade als besonders friedfertig bekannt, und passen damit schlicht nicht zum Frauenfußball, wo es doch immer sehr gesittet zugeht.
  • Die „Fangesänge“ des FCC sind zumeist an Niveaulosigkeit kaum noch zu unterbieten. Sie bestehen faktisch nur aus Beleidigungen der Gegner unter der Gürtellinie.

Einige Beispiele für Randale bei den FCC-Fans:

All das brauche ich nicht. Ich will es nicht. Wenn ich im Stadion bin, interessiert mich der Sport. Als gar im Stadion mit Leuchtmunition in Richtung Haupttribüne geschossen wurde, gab es nahezu keine Reaktionen der Vereinsführung. Man muss annehmen, dass der Verein seine Fans nicht nur nicht im Griff hat, sondern gar nicht im Griff haben will.

Fußballspiele in einem solchen Verein interessieren mich schlicht nicht. Und ich denke, das wird vielen Fans des USV ebenso gehen.

R.I.P., FF USV Jena.

 
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Verfasst von - 2020/03/27 in Sport

 

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