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Rätselraten um Wiki-Watch-Finanzierung

04 Jul

In der letzten Zeit ist die Arbeitsstelle im Studien- und Forschungsschwerpunkt „Medienrecht“ der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) ordentlich ins Gerede gekommen. Eine interne Wikipedia-Untersuchung ergab Auffälligkeiten im Editierverhalten von Benutzeraccounts, welche diesem Projekt zugeordnet wurden. Dieses Ergebnis animierte mich zu einem Blogbeitrag, welcher die Frage nach der Finanzierung dieses wohl nicht ganz so neutralen Projekts stellte. Infolge an mich und andere Online-Anbieter, welche auf meinen Blogbeitrag hinwiesen, verschickter Unterlassungserklärungen durch einen der beiden Leiter des Projekts wurde ein Redakteur auf die Angelegenheit aufmerksam und stellte intensivere Recherchen an.

Ergebnis ist ein Artikel in der Print-Ausgabe der FAZ vom 2.7.2011, einen Tag vorab veröffentlicht im Onlineangebot der FAZ. Dieser Artikel wurde jedoch bereits nach einem Tag wieder entfernt: »nehmen wir aus presserechtlichen Gründen bis auf weiteres von unserer Homepage«.

Bleibt für mich die Frage, wie sich dieses universitäre Forschungsprojekt nun tatsächlich finanziert. Auf meine Anfrage bei der Pressestelle der Universität erhielt ich folgende Auskunft: »Besonderheit des Studien- und Forschungsschwerpunkts Medienrecht ist, daß er seit seiner Gründung ausschließlich drittmittelfinanziert ist, zu seiner Finanzierung also keine Etatmittel der Universität verwendet werden.«

Man mag mein Erstaunen verstehen, als ich dann heute auf Meedia dieses lesen durfte: »Ein dritter Vorwurf, der laut Weberling falsch ist, ist die Behauptung von Wittkewitz, dass Wiki-Watch keine Angaben über Drittfinanzierungen machen würde. „Das stimmt schon deshalb nicht, weil Wiki-Watch bisher keine Drittmittel bekommen hat.“«

Ja, wie finanziert sich denn dieses Projekt nun? Ausschließlich durch Drittmittel, von denen noch nie welche erhalten wurden? Die Wahrheit ist wohl irgendwo da draußen…

 
6 Kommentare

Verfasst von - 2011/07/04 in Wikimedia

 

6 Antworten zu “Rätselraten um Wiki-Watch-Finanzierung

  1. Erbloggtes

    2011/07/04 at 22:57

    Meine Vermutung: Das Projekt bekommt kein Geld von der Uni (sind ja auch keine richtigen Professoren beteiligt). Und Drittmittel (i.S.v. Forschungsförderungsgeldern verschiedener Herkunft, z.B. Spenden, bewilligte Projektanträge o.ä.) bekommt es auch nicht.

    Denn letztlich ist es nur das Privatunternehmen, das sonst als „Convincet“ bekannt ist. Und das finanziert sich aus dem Geld, das die PR-Kunden für die wertvollen Dienste von Convincet überweisen. Zum Beispiel Wikipedia-Artikel über Kunden in Werbeanzeigen umgestalten, Wikipedia-Artikel von Konkurrenten der Kunden vandalieren, außerhalb der Wikipedia Propaganda für jeden machen, der solche „Experten“ bezahlen mag.

    Wenn Wikipedia es nicht schafft, sich wirksam gegen solche Auswüchse zu wehren, dann Gute Nacht „freie“ Enzyklopädie. Dann wird nämlich die Enzyklopädie zum Privateigentum der zahlungskräftigen PR-Kunden gemacht.

     
  2. Marcus Cyron

    2011/07/05 at 02:48

    Stepro, das ist mir auch sofort aufgefallen. Und mein Ergebnis ist ähnlich dessen von Erbloggtes. Das Schlimme: ob Geld von der Uni, Drittmittel oder privat/Firmenfinanziert – alles ist auf seine Art schlimm. Eigentlch ist nichts besser als etwas eine der jeweils anderen Versionen.

     
  3. Fireworks

    2011/07/05 at 13:39

    „Kein Mitarbeiter seiner Firma habe im Auftrag von Kunden in der Wikipedia editiert.“ (Wolfgang Stock)

     
  4. Marcus Cyron

    2011/07/05 at 16:22

    Tja, da bleibt die Frage: in wessen Auftrag denn dann?

     
  5. Erbloggtes

    2011/07/05 at 17:31

    Mitarbeiter einer Firma editieren nur im Auftrag der Firma. Würden sie im Auftrag von Kunden editieren, wären sie selbständig, oder PR-Unternehmer.😉

     
  6. martin

    2011/09/02 at 00:06

    mich ekelt schon an, dass sich solche leute „universität“ nennen dürfen.

     
 
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